2019

Ich freue mich schon sehr auf das Jahr 2019, denn dieses Jahr wird sehr spannend werden.

Los geht es im Februar mit Dancing Stars (für meine deutschen Freunde und Fans = Österreichische Version von Let’s dance).

Als der ORF mich gefragt hat, ob ich bei Dancing Stars mitmachen möchte, habe ich mich wirklich gefreut. Ehrlich gesagt habe ich immer gehofft, dass sie mich mal fragen. Hintergrund ist, dass ich total gerne tanze. In meiner Jugend habe fast jeden Tag in der Tanzschule verbracht, habe Tanzkurs bis Gold gemacht und wollte sogar Tunier-Tänzerin werden. Später habe ich mal etwas Tango Argentino getanzt, 2-3 Salsa-Kurse besucht und habe eigentlich schon länger vor Lindy Hop zu lernen, aber mein derzeitiges Leben hält mich ziemlich auf Trab, so dass ich leider fürs Tanzen kaum Zeit habe.

Das ändert sich ab Februar! Im Februar ist die Pressekonferenz für Dancings Stars, in der wir unsere Tanzpartner erfahren. Dann haben wir vier Wochen Zeit zum Trainieren, bevor wir auf Sendung gehen. Wir werden jede Woche einen neuen Tanz bekommen, den wir Freitags abends in der jeweils aktuellen Folge von Dancing Stars vortanzen werden. Das wird sicher eine tolle Zeit und Erfahrung und wird definitiv sicher eine der Geschichten sein, an die ich mich mit 80 Jahren noch erinnern werde, wenn ich mal auf der Parkbank sitze und mein Leben revue passieren lasse.

Natürlich werde ich weiter fürs Boxen trainieren. Das wird sicher eine sehr herausfordernde Zeit, wenn ich 1-2 Trainingseinheiten pro Tag fürs Boxen und Fitness sowie ca. 4 Stunden täglich für Dancing Stars trainiere, aber ich möchte dieses Jahr noch zwei Kämpfe machen. Eines steht fest: um das Essen bzw. zunehmen muss ich mir in dieser Zeit sicher keine Gedanken machen;-)

Fotografie: Michael Weinwurm

Fotografie: Michael Weinwurm

Habt Ihr eigentlich Vorsätze? Ich habe mir vorgenommen mehr Yoga zu machen. Im Dezember habe ich eine Yogalehrer-Fortbildung im Stil des Inside Flow gemacht und es hat mich motiviert, wieder mehr auf der Matte zu stehen. Gar nicht so einfach, bei meist 3 Trainingseinheiten täglich plus nun mein Tanztraining für Dancing Stars. Aber auch wenn es hier und da nur wenige Minuten sind, so kommt man mit steten kleinen Schritten in die richtige Richtung auch an.

Apropos kleine Schritte: dieses Jahr nehme ich mir vor, keine Plastikdeckel mehr für meinen Coffee-to-go zu nehmen. Es ist einfach wieder ein unnötiges Stück Plastik mehr, auf das man leicht verzichten kann. Letztes Jahr habe ich mir vorgenommen, keine Plastik-Tragetaschen mehr zu nehmen, habe es wirklich konsequent durchgezogen und begrüße übrigens sehr, dass in Österreich ab 2020 Plastik-Tragetaschen verboten werden.

Habt Ihr Vorsätze für das neue Jahr? Auf jeden Fall wünsche ich Euch alles Gute, Glück, Gesundheit, Zufriedenheit und was Ihr Euch noch alles wünscht :-)

Zwei Seiten der Medaille oder: Rückblick meines gestrigen Kampfes

Endlich war es wieder soweit und ich stand wieder im Ring! Nachdem ich im Juli eine Knie-Operation hatte (kleiner Meniskus-Riss / Routineeingriff), einige Wochen nur mit Gehhilfen gehen konnte und erst ab Oktober wieder mein richtiges Training beginnen konnte, war dieser Kampf wichtig für mich, um zu sehen, ob ich es schaffe mich innerhalb von zwei Monaten wieder von quasi Null wieder in Wettkampfform zu bringen. Ich wollte das Jahr 2017 unbedingt noch mit einem Kampf abschliessen.

Meine Gegnerin Lela Terashvili (19 Kämpfe, 10 Siege) kam aus der nächsthöheren Gewichtsklasse Superleichtgewicht. Vereinbart wurde ein Catchweight von 64 kg. Morgens wache ich immer derzeit meist zwischen 63 kg und 65 auf kg (habe durch die Zwangspause / Laufen mit Gehhilfen auch etwas Muskeln an den Beinen verloren) auf, daher hiess es, dass ich für den Kampf nicht abnehmen musste. Beim Wiegen hatte ich 62,2 kg und Lela 63,7 kg.

Lela hat sicherlich für den Kampf mit den bekannten Weight-Cutting Methoden wie Dehydration etc. abgenommen, so dass sie vermutlich mit circa 65-68 kg am Wettkampftag in den Ring stieg. Und diesen Unterschied habe ich auch gemerkt. Nicht, dass ich jetzt sonderlich beeindruckt war, sondern man merkte einfach, dass hinter den Schlägen mehr Masse war als bei Gegnern aus dem Leichtgewicht. Lela kam mit viel Selbstbewusstsein angereist. Man merkte ihr an, dass sie zum Gewinnen gekommen ist. 

Der Kampf fing von beiden Seiten sehr beobachtend an. Zum einen, da beide Gegner sich Respekt zollten und beobachteten. Zum anderen wollte ich langsam starten und mich nach hinten steigern, da die Vorbereitungszeit so kurz war. Sie war von Anfang an ehrgeizig bemessen, da ich ja erst ab Oktober wieder ordentlich trainieren konnte und dann kam noch hinzu, dass ich in der Sparringsphase krank wurde und ich nicht viele Sparrings machen konnte. 

Daher verlief der Kampf in der ersten Hälfte ziemlich ausgeglichen. Erst in der zweiten Kampfhälfte erhöhte ich den Druck, so dass ich das Kampfgeschehen von Runde zu Runde mehr dominierte. Am Ende gewann ich den Kampf mit einem 59-55 Urteil.

Am Ende gewann ich den Kampf mit einem 59-55 Urteil

Zufrieden war ich nicht mit dem Kampf. Ok, ich bin eigentlich nie zufrieden mit meiner Leistung, aber diesmal war ich selbst etwas von mir überrascht. Eigentlich bin ich ein sogenannter Wettkampf-Typ, d.h in bin im Wettkampf meist besser als im Sparring. Aber diesmal war es umgekehrt. In den vergangenen Wochen habe ich an vielen Dingen gearbeitet, die ich im Sparring auch umgesetzt habe. Im Wettkampf war es auf einmal weg und ich bin in alte Muster gefallen. Die gute Seite des Kampfes war, dass ich gesehen habe, dass ich wieder halbwegs in Form war. Zumindest eine gute Basis für den weiteren Aufbau.

Die schlechte Seite war, dass der Kampf anders verlief als erwartet. Aber da man meistens aus den Situationen lernt, in denen es nicht so lief wie gewünscht, ist auch dies wieder eine gute Seite.
Fotografie:: Leonie Schauer

Fotografie:: Leonie Schauer

Die schlechte Seite war, dass der Kampf trotz deutlichem Sieg anders verlief als erwartet. Aber da man meistens aus den Situationen lernt, in denen es nicht so lief wie gewünscht, ist auch dies wieder eine gute Seite. Die Medaille hat immer zwei Seiten und da ich ein Optimist bin, war der Abend ergo ein erfolgreicher Abend. Den Zuschauern hat der Kampf gefallen und für die boxen wir ja.

Ein großes Dankeschön an meine Trainer vom Gym23, Steven Küchler sowie Athletik Trainer Dominik Schmidt. Nicht zu vergessen mein Arzt Dr. Michael Liska, der mich hinsichtlich meines Knies die letzten Monate betreut hat. Meine Sponsoren und das Gym23, die mir den Kampf ermöglichen. Und an alle, die gestern gekommen sind!

 

Fotografie: Bobipix

Fotografie: Bobipix

Ich freue mich auf meinen nächsten Kampf!

Diesen Samstag bin ich wieder im Ring. Nachdem ich im Sommer eine kleine Zwangspause einlegen musste, da ich eine Knie-Operation hatte (kleinerer Miniskus-Riss), hiess es im Herbst wieder neue Kondition aufbauen. Umso mehr freue ich mich in Wien zu boxen!

Die Veranstaltung ist am 9.12.2017 im Hallmann Dome (Gutheil-Schoder Gasse). Neben Boxkämpfen werden auch Kämpfe aus dem Bereich K1 und Mixed Martial Arts zu sehen sein.

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Nächte Weltmeisterschaft ist fix!

Fotografie: Irene Schaur

Fotografie: Irene Schaur

Am 4.12.2016 werde ich in Hamburg meine drei Titel gegen Diafana Salazar verteidigen. Sie kommt aus der Domenikanischen Republik und hat eine Kampfbilanz von 9 Kämpfen und 9 Siegen, davon 8 durch KO.

Es ist die erste Gegnerin von der ich nichts weiss. Meistens findet man ja doch mal eine Video-Sequenz von jemand, aber bei Salazar bin ich nicht fündig geworden. Vielleicht hat das auch einen Vorteil. Im letzten Kampf habe ich mir ein paar gezielte Aktionen für die Gegnerin ausgedacht, die aber leider nicht funktioniert haben, aber ich habe sie dennoch immer wieder wiederholt. Manchmal ist man etwas zu festgefahren, wenn man denkt, man wüsste mit welchen Mitteln man den Gegner besiegt. Solch eine Erfahrung haben schon einige Boxer gemacht. Ich werde gut vorbereitet in den Ring steigen und dann werde ich nach den ersten Minuten merken, mit welcher Strategie und Taktik ich sie bekämpfen kann.

Mit dabei wird die Wiener Band Youno sein. Ich spiele die Hauptrolle in dem Musik-Video ihres neuen Songs, den sie dort zum ersten Mal live spielen werden. 

Boxen im Norden ist bekannt für tolle Events. Die Matchmakings sind gut und auch das ganze Drumherum ist stilvoll. Ich freue mich sehr, dass ich dort boxen darf. Neben mir wird noch mein Boxkollege Mansur Elsaev (ebenfalls Gym23, Wien), Jürgen Doberstein (Saarland), Sebastian LoZito (Hamburg) sowie Rafael Bejaran (Hamburg) boxen. Die Karten sind ab sofort via www.eventim.de erhältlich.

Interview mit Autotouring

In der aktuellen Ausgabe von Autotouring, das Magazin des ÖAMTC, gebe ich ein Interview. Es geht zum Beispiel um das Denken im Ring, um einen misterösen Knock-out oder wo ich mich in 10 Jahren sehe.

Hier ist das ganze Interview: http://www.autotouring.at/01-08-2015/nicole-wesner-durch-meditation-zum-sieg/9.502.704

Pressestimmen nach meinem Kampf

Hier ein paar Pressestimmen über meinen Kampf am 20.6 sowie Ankündigung meiner 1. Titelverteidigung, die am 4. September in der schönen Ostsee-Stadt Wismar stattfinden wird. In Wismar habe ich letztes Jahr meinen allerersten Gürtel gewonnen und ich freue mich schon sehr auf Wismar, denn die Atmosphäre war grandios und die Leute sehr herzlich.

Meine Gegnerin wird Irma Baliajic Adler sein, die bereits Profi-Boxerin seit 2007 ist und einen Kampfrekord von 20 Kämpfe, 15 Siege und 5 Niederlagen vorzuweisen hat.

"Heute" (22/06/2015)

"Heute" (22/06/2015)

"Krone" (22/06/2015)

"Krone" (22/06/2015)

"Ostsee-Zeitung (22/06/2015)

"Ostsee-Zeitung (22/06/2015)

Ein paar Artikel online:

  • "Vienna.at": http://www.vienna.at/nicole-wesner-startete-mit-k-o-sieg-in-die-wm-vorbereitung/4368811
  • "Österreich": http://sport.oe24.at/sportmix/Knock-out-Wesner-siegt-im-10-Kampf/193360822
  • "Boxenplus": http://boxenplus.de/nicole-wesner-mit-knock-out-sieg-in-wien-jetzt-startet-die-vorbereitung-fur-die-wm
  • "Groundandpound": GroundandPound: http://www.groundandpound.de/mma/mma-chat/news/austrian-fc-banovic-rakic-und-schober-glaenzen/
  • Boxen1: http://www.boxen1.com/knock-out-sieg-fuer-nicole-wesner-6003
  • http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Wismar/Sport-Wismar/Boxen-Nicole-Wesner-verteidigt-in-Wismar-ihre-zwei-WM-Titel
  • "Lübecker Nachrichten": http://www.ln-online.de/Lokales/Nordwestmecklenburg/Boxen-Nicole-Wesner-verteidigt-in-Wismar-ihre-zwei-WM-Titel

Sieg durch Knock-out: meine Perspektive

Gestern habe ich meinen 10. Profiboxkampf gegen die Italienerin Monica Gentili durch Knock-out gewonnen. Es war ja ursprünglich die Kenianerin Florence Muthoni geplant, die jedoch nicht rechtzeitig ihr Einreise-Visum bekommen hat. Monica Gentili, die selbst am 20.6 einen Kampf geplant hatte, der auch ausgefallen ist, ist eingesprungen. Ich muss zugeben, dass ich Monica stärker eingeschätzt habe, als sie war.

Die erste Runde lief von beiden Seiten sehr beobachtend. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass sie als die deutlich Kleinere versucht, sich in die Distanz zu kämpfen, statt dessen hat sie auf Gegenangriff gesetzt. Ihr Coach mahnte sie stets zu warten und Geduld zu haben. So kam es, dass  wir uns beide die erste Runde mehr beobachtet haben. Durch ein paar klare Aktionen sicherte ich mir die erste Runde.

In der zweiten Runde war schon etwas mehr Action, dennoch konnte ich den Kampf gut kontrollieren. Ein Kopfhaken mit der Führhand brachte die Italienerin zum ersten Mal zu Boden. Sie wurde angezählt, der Kampf wurde nochmal freigegeben und ich setzte mit der Schlaghand nach. Sie ist recht wackelig wieder aufgestanden, so dass der Kampf per KO-Sieg beendet wurde.

 Fotografie: Roman Bagner

 Fotografie: Roman Bagner

Der Sieg war recht einfach- mir war er zu einfach. Ich wollte Florence Muthoni, weil ich harte Runden Wettkampf-Erfahrung sammeln konnte- genau dafür schien die sehr erfahrene und robuste Muthoni ideal. Nachdem Muthoni ausgefallen war und Monica Gentili sich bereit erklärt hatte, war ich recht glücklich, weil sie mir als Ersatz ganz gut gefallen hat. Sie schien mir recht robust auf den Videos, ging ja auch noch nie KO. Nun habe ich via Knock-out gewonnen und betrachte es mit gemischten Gefühlen. Jemand auszuknocken ist ein sehr deutlicher Sieg- deutlicher geht es nicht mehr und darüber freu ich mich natürlich.

Jemand auszuknocken ist ein sehr deutlicher Sieg- deutlicher geht es nicht mehr und darüber freu ich mich natürlich.

Ein Knock-out begeistert das Publikum, auch das ist eine tolle Sache. Dadurch, dass ich jedoch erst seit 2 Jahren Profi-Boxerin bin und insgesamt auch erst seit 5 Jahren boxe, ist es mir aber auch wichtig gute Ring-Erfahrung zu sammeln. So bestätigt sich wieder etwas, was sich immer wieder im Leben zeigt: die Medaille hat immer zwei Seiten. Selbst ein überzeugender Sieg durch Knock-out.

 

Über folgende Dinge freue ich mich besonders

Mein Trainer hat immer gesagt, dass ich das Potenzial habe, eine Knock-outerin zu werden. Darüber war ich immer recht skeptisch und nicht sicher, ob er mich nicht etwas überschätzt. Wir beide führen sowieso immer Diskussionen, weil ich sage er überschätzt mich und er sagt, ich unterschätze mich. Naja, ein KO in der zweiten Runde hat er voraus gesagt und in diesem Fall hat er wieder recht gehabt, Nun denke ich mir -vielleicht stimmt es ja doch ein bisschen, was er sagt. Auf jeden Fall häufen sich mit zunehmender Verbesserung der Technik die Knock-outs, schaun wir mal wohin die Reise geht. Lernen möchte ich auf jeden Fall noch viel und es gibt auch noch viel zu tun.

Fotografie: Götz Schrage

Fotografie: Götz Schrage

Manchmal übt man im Training ein paar Sachen, aber man setzt sie im Kampf nicht ein. Nicht, weil es kompliziert ist- an den Tatzen oder Sandsack hat man es schon oft gemacht- aber im Kampf setzt man es einfach nicht ein. Als ob man es vergisst. Tja, und auf einmal sieht man, wie man es doch im Kampf einsetzt. In diesem Kampf ist genau dies eingetreten. Darüber freue ich mich sehr.

Ich freue mich auch, dass ich mit einem kühlen Kopf boxe und das umsetze, was der Trainer mir sagt. Wir erarbeiten uns gemeinsam einen Schlachtplan, ich setze ihn um und in den Rundenpausen erfolgt das Finetuning. Ihr wisst ja alle, dass ich noch gar nicht so lange boxe. Daher kann ich mich noch gut an die Zeit erinnern, in der ich benebelt vor Aufregung und Laktat eher situativ und weniger konzeptionell geboxt habe und freu mich, dass mein Game-Planning immer ausgereifter wird.

 

Die Aufregung wird wahrscheinlich immer ein Stückchen bleiben

Aufgeregt bin ich aber immer noch ganz schön. Ich würde gerne mal wissen, ob es irgendwann mal aufhört, dass ich vor einem Kampf zig Mal auf Toilette muss. Mein Kopf war klar, ich hatte kein Herzklopfen- alles super. Aber alle 5 Minuten musste ich austreten. Hab mich kaum getraut, die Handschuhe anzuziehen, da ich die Befürchtung hatte, dass ich noch mal muss. „Nein- Du musst nicht mehr. Du warst schon so oft, da kann eh nix mehr kommen!“ Pustekuchen. Irgendwann kam dieser Gedanke wieder an die Toilette. Ich hab den Gedanken unterdrückt  „Das ist doch alles nur eine Illusion des Kopfes, Du musst nicht.“ So habe ich den Gedanken beiseite geschoben. Kurze Zeit später kam der Gedanke wieder hoch. So kämpfte ich mit mir. Bis ich mich irgendwann entschloss, doch noch mal zu gehen. Nun hatte ich aber schon alles an, meine Handschuhe waren geschnürt und zugetaped. Liebe Sandy, danke, dass Du mir in dieser Lage geholfen hast ;-)

Ein Klassiker war mal wieder, dass ich wieder in die falsche Ecke gelaufen bin, als die Gegnerin angezählt wurde. Musste wieder ganz schön über mich schmunzeln, als ich das Video heute gesehen habe.

Aber ein bisschen Aufregung ist ja auch ganz gut, das Adrenalin ist Part of the Game und macht uns ja auch zu den Fightern, die an ihre Grenzen gehen.

Aber ein bisschen Aufregung ist ja auch ganz gut, das Adrenalin ist Part of the Game und macht uns ja auch zu den Fightern, die an ihre Grenzen gehen.

Nun heisst es mal kurz durchschnaufen, denn die Verteidigung meiner Titel steht vor der Tür!

Nach dem Kampf ist vor dem Kampf.

Sportmagazin „Ladies“: 5-Seiten zum Thema Frauenboxen

Österreichs größtes Sportmagazin hat in seiner Special Edition „Ladies“ einen 5-Seitigen Bericht zum Thema Frauenboxen veröffentlicht. Es wird ein bisschen etwas über das Boxen insbesondere das Frauenboxen erzählt, ich gebe einen Überblick über die Grundtechniken (und führe diese bildlich vor) und ein paar typische Kraftübungen.

Sportmagazin Ladies 1/2015, Seite 46-49

Sportmagazin Ladies 1/2015, Seite 46-49

In der Sportwissenschaft spricht man von 5 sportmotorischen Grundeigenschaften: Koordination, Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Schnelligkeit. Viele Sportarten vereinen nur ein oder 2 sportmotorische Grundeigenschaften. Z.B. Laufen ist lediglich Ausdauer oder Geräteturnen Kraft und Beweglichkeit.

Als Boxer muss man alle 5 sportmotorischen Grundeigenschaften trainieren und das macht den Trainingsprozess zum einen so abwechslungsreich und zum anderen wird der Körper rundum trainiert.

Als Boxer muss man alle 5 sportmotorischen Grundeigenschaften trainieren und das macht den Trainingsprozess zum einen so abwechslungsreich und zum anderen wird der Körper rundum trainiert.

Boxen ist ein Sport, der einem wirklich in den Bann ziehen kann.  In meinem Fall hat der Sport mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Warum soll es einer Frau anders gehen als einem Mann;-)?

Fürs Frauenboxen gibt es aber noch andere gute Gründe:

Das fängt mit dem Thema Selbstverteidigung an. Frauen, die boxen können, können sich in einer Notfallsituation verteidigen. Boxen ist jedoch nicht nur für den Verteidigungsfall, sondern geht auch in den Bereich Prävention: eine Kämpferin strahlt ein gewisses Selbstbewusstsein aus, daher ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie angegriffen wird, als andere Frauen.

Das Wachstum an Selbstbewusstsein ist ein Phänomen, das nicht nur ich beobachtet habe, sondern ein bekanntes Phänomen des Kampfsports. Selbst Personen, die schüchtern und ängstlich sind, werden nach einer gewissen Zeit immer selbstbewusster. Ich selbst erkläre es mir so, dass es um Veränderungs-Prozesse geht, die Ur-Instinkte betreffen. Selbst im 21. Jahrhundert, in dem die Gefahr angegriffen zu werden nicht omnipräsent ist, schafft es im ganz tiefem Inneren ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass man sich verteidigen kann und dies strahlt man aus.

Dieses Selbstbewusstsein strahlt in das gesamte Leben und ein gesundes Selbstbewusstsein ist etwas, dass vielen Frauen leider fehlt. Männern wird häufig bereits in frühen Kinderjahren eine gewisse Attitude und Auftreten als „Löwe“ beigebracht, während von Frauen viele Jahrzehnte- ja sogar Jahrhunderte ein bescheidenes, ruhiges, sanftes und weiches Auftreten erwartet wird. Der Mann ist der Beschützer, die Frau diejenige, die es zu beschützen gilt. Gegen ein bescheidenes, ruhiges, sanftes und weiches Auftreten, ob bei Männern oder Frauen, ist ja nichts einzuwenden- ganz im Gegenteil. Es geht auch gar nicht um ein aufpoliertes Ego, dass man mit stolz geschwellter Brust durch die Welt läuft und sich Respekt verschafft. Nein, es geht um ein Selbstbewusstsein, dass aus dem Inneren kommt.

Daher ist meine Antwort auf die Frage „Boxen- ein Sport für Frauen?“ oft „Ja- gerade für Frauen!“

Daher ist meine Antwort auf die Frage „Boxen- ein Sport für Frauen?“ oft „Ja- gerade für Frauen!“

Loving my life. Living my passion.

Auf dem Laufsteg für einen guten Zweck und Jean Paul Gaultier

Am 16. Mai werde ich auf Europas größtem Charity-Event und einer der größten HIV-Charity-Events weltweit, dem Life Ball, einen aktiven Part einnehmen. Es ist nicht nur einer der größten Charity-Events weltweit, er ist sicher einer der ungewöhnlichsten Benefiz-Veranstaltungen.

Wer den Life Ball nicht kennt und einen Ball im Sinne der traditionellen Wiener Ballsaison vermutet, liegt komplett daneben. Der Life Ball ist sicher die schillerndste und unkonventionellste Interpretation eines Balls: eine Mischung aus Gedenkzeremonie, bewegende Reden zum Thema HIV, Fundraising, Kostümball unter einem jährlich wechselnden Motto (2015: „Gold – Ver Sacrum“) und dem großen Finale, der Life Ball Fashionshow.

Eine Mischung aus Gedenkzeremonie, bewegende Reden zum Thema HIV, Fundraising, Kostümball unter einem jährlich wechselnden Motto (2015: „Gold – Ver Sacrum“) und dem großen Finale, der Life Ball Fashionshow

Die große Modenshow mit dem langem Laufsteg vor dem Wiener Rathaus präsentiert große Designer wie Vivienne Westwood, Roberto Cavalli, Donatella Versace, Vivienne Westwood, Givenchy, Agent Provocateur, Diesel, Dsquared2 und Missoni uvm. Auf dem Catwalk laufen sowohl international bekannte Models als diverse national und internationale Gäste. So sind z.B. bereits Naomi Campbell, Karolina Kurkova oder Eva Padberg auf dem Laufsteg gewesen. 2015 habe ich die Ehre dabei zu sein und werde Jean Paul Gaultier auf dem Laufsteg präsentieren.

 

Quelle: Profilbild der Facebook-Seite des Lifeballs

Quelle: Profilbild der Facebook-Seite des Lifeballs

Als Gery Keszler 1993 den Life Ball zum ersten Mal veranstaltete, war es seine  Vision die Tabuisierung und Stigmatisierung von HIV/AIDS zu brechen sowie Gelder zu sammeln, um die medizinische Situation zu verbessern.

Ich kann mich noch an meinen ersten Kontakt mit HIV erinnern. Es war irgendwann in den 80er Jahren, ich war noch ein Kind in einem Alter zwischen ca. 8 und 10 Jahren.  Irgendjemand hat mir erzählt, dass eine Nachbarin HIV-positiv war. Sie hieß Angelika. Welche Fakten ich damals als Kind konkret über HIV erfahren habe, weiß ich nicht mehr genau. Aber ich kann mich noch gut an die Situation erinnern, als ich Angelika zum ersten Mal getroffen habe, nachdem ich von ihrer Infizierung erfahren habe. Sie kam gerade ins Haus, als ich im Begriff war, das Haus zu verlassen. Wir standen uns gegenüber und grüßten uns. Eigentlich eine alltägliche Situation unter Nachbarn. Nur dieses Mal war es anders. Ein Gefühl der Beklemmung, Angst und Unsicherheit stieg in mir auf. Ich traute mich nicht mehr Angelika die Hand zu geben und hielt die Luft an, aus Angst mich anzustecken mit dieser mysteriösen Krankheit. Gleichzeitig versuchte ich sie verkrampft anzulächeln, denn ich wollte ihr nicht wehtun, sie sollte meine Angst nicht bemerken.

Aber sicher hat sie es gespürt. Weil sie eine ähnliche Situation sicher sehr oft erlebt hat. HIV hatte in den 80er und Anfang 90er etwas Befremdliches und Bedrohliches. Wenn ich heute viele Jahre später als Erwachsene daran denke, dann tut mir mein Verhalten als kleines Kind so leid. Es ist schon schlimm genug zu erfahren, dass man eine unheilbare Krankheit hat. Aber tagtäglich zu erleben, wie das Umfeld Angst hat, wie einem aus dem Weg gegangen wird oder schlecht geredet wird, muss sehr, sehr schlimm sein. In einer Lebenssituation, in der man am allermeisten Menschen um sich braucht, die einem die Hand reichen oder tröstend in den Arm nehmen- in solch einem Moment haben die meisten damals und teilweise noch heute den Rücken zugekehrt bekommen.

 
In einer Lebenssituation, in der man am allermeisten Menschen um sich braucht, die einem die Hand reichen oder tröstend in den Arm nehmen- in solch einem Moment haben die meisten damals und teilweise noch heute den Rücken zugekehrt bekommen.
 

Heute, im Jahre 2015 hat sich die Situation glücklicherweise drastisch geändert.  Der aufgeklärte Bürger weiß, dass diese Krankheit jeden treffen kann und wie der Virus übertragen bzw. nicht übertragen werden kann. Ich bewundere Gery Keszler, der sich früh in diesem Thema engagiert hat, der eine Vision kreiert hat und diese Vision zu einem großen Teil auch realisiert hat. Während HIV Anfang der 90er noch mit sozialer Ächtung zu kämpfen hatte, so ist der Life Ball heute eines der angesagtesten Charity-Events weltweit, dessen Tickets nach circa eine Minute ausverkauft sind- also von einem Extrem ins andere.

Lange Zeit galt HIV als Tabu-Thema, heute sind über 500 Medienvertreter (TV, Presse, Radio) aus aller Welt dabei, um zu berichten. Bill Clinton, Elton John, Sharon Stone, Heidi Klum, Whoopie Goldberg, Eva Longoria, Sean Penn, Catherine Deneuve, Brooke Shields, Antonio Banderas, Naomi Campbell, Hillary Swank und viele mehr haben den Life Ball schon supported. Die vielen prominenten Gäste, die jedes erscheinen, sind aber nicht die Protagonisten. Sie kommen zum Life Ball, um die Aufmerksamkeit auf den eigentlichen Protagonsiten zu lenken: HIV mit seinen medizinischen, finanziellen und sozialen Folgen.

Hier ein paar wichtige Facts zum Thema HIV (Human imuno deficiency virus)*

  • Weltweit sind ca. 35 Mio. am HIV-Virus erkrankt (Stand 2013)
  • 39 Mio sind bereits an den Folgen dieses Virus gestorben (Stand 2013); Im Jahre 2013 sind ca. 1.5 Mio an den Folgen des HIV-Virus gestorben
  • AIDS (acquired imune deficiency syndrome) darf nicht verwechselt werden mit HIV, denn AIDS bezieht sich auf ein spätes Stadium der Krankheit
  • Es gibt mittlerweile gute Therapien wie z.B. die Antiretrovirale Therapie (ART), welche die Reproduktion von HIV-Zellen stoppt, so dass die körpereigenen Immunzellen  länger leben. Diese Therapie reduziert die Übertragung des HIV-Virus bei Geschlechtsverkehr um 96% und ist eine wichtige Therapie zur Reduktion der Übertragung des Virus von Mutter zu Kind

o   In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen haben 12 Mio. Zugang zu dieser Therapie gehabt

o   7 von 10 schwangeren Müttern werden mit ART behandelt, um die Wahrscheinlichkeit der Übertragung drastisch zu reduzieren.

*Quelle: http://www.who.int/features/factfiles/hiv/facts/en/index5.html

 

Die Organisation AIDS LIFE

Die Situation von HIV-Betroffenen hat sich deutlich verbessert. Man sieht jedoch, dass weltweit noch nicht alle Betroffenen Zugang zu einer modernen Therapie haben. Besonders Südafrika kämpft noch in großem Maße gegen das Virus. Es fehlt nach wie vor Geld für Prävention, Diagnostik und Behandlung zur Verbesserung der weltweiten Situation.

Weltweit haben noch nicht alle Betroffenen Zugang zu einer modernen Therapie

Die Organisation AIDS Life - die Organisation, die hinter dem Life Ball steht- gehört weltweit zu den größten privaten Geldgebern von nationalen und internationalen Non Profit Organisationen, die sich mit dem Thema HIV beschäftigen (mehr Infos über AIDS Life unter http://www.lifeball.org/aids-life/).

Wer spenden möchte- jeder Euro zählt:  
Verein AIDS LIFE: Erste Bank; Kontonummer 300 000-13131; BLZ 20111; IBAN: AT692011130000013131; BIC: GIBAATWWXXX oder via SMS-Spendenhotline: +43 (0)676 - 800 7676

 

TV-Übertragung

Der Life Ball wird live vom ORF übertragen am 16. Mai ab 20.15 Uhr

 

Life Ball- fighting Aids and celebrating live since 1993.