Am 6.7.2019 stehe ich wieder im Ring

Nach Dancing Stars bin ich direkt in die Vorbereitung für meine Weltmeisterschaft gestartet. Eigentlich wäre ein Urlaub nach diesem intensiven Projekt schön gewesen, andererseits stand meine Titelverteidigung an und so konnte ich meine Fitness durch mein 3-monatiges “Tanztrainingslager” mit in die WM-Vorbereitung nehmen. Ausserdem kann ich dann im Anschluss an die WM meinen Urlaub in Wien machen, denn Wien im Sommer ist einfach der Knaller.

Apropos Fitness aufgrund meiner Zeit als Dancing Girl:

Üblicherweise dauert eine WM-Vorbereitung 3 Monate, davon sind die ersten 4-6 Wochen Konditionstraining, bevor es dann zu boxspezifischen Trainingseinheiten wie Partnerübungen oder Sparrings übergeht. Meine letzten 4 Wochen bei Dancing Stars waren im Prinzip meine ersten 4 Wochen meiner WM-Vorbereitung (Konditionstraining). Wir haben ja in den letzten 4 Wochen immer 2 Tänze pro Show lernen müssen, so dass wir ordentlich trainiert haben und ich fit in die WM-Vorbereitung gestiegen bin.

Meine Gegnerin wird die Bosnierin Pasa Malagic sein, die einen Kampfrekord von 17 Kämpfen (12 Siege, 5 Niederlagen) hat. Ich habe bisher 15 Profikämpfe bestritten, die ich alle gewonnen habe (7 durch Knock-out). Die Kampferfahrung ist im Bereich Profi-Boxen ist also recht ähnlich, wieviele Kämpfe sie als Amateurboxerin bestritten hat, weiss ich nicht- ich weiss nur, dass sie auch Amateurboxerin war. Vor zwei oder drei Jahren hatten wir schon vor gegeneinander zu boxen. Sie hatte jedoch dann eine kurze Boxpause, so dass daraus nichts wurde. Nun haben wir den Kampf vereinbart und sehen uns am 6.7.2019 im Ring.

Es wird meine sechste Weltmeisterschaft der Verbände WIBF, GBU und WBF im Leichtgewicht sein. Viele denken daher, dass ich 5-fache Weltmeisterin bin, da in allen anderen Sportarten ausser Boxen die Anzahl der gewonnenen Weltmeisterschaften zählen. Im Boxsport hingegen wird immer die Anzahl der Verbände gezählt, daher bin ich also seit mehreren Jahren dreifache Boxweltmeisterin.

Ich freue mich, dass die Weltmeisterschaft vom Österreichischen Rundfunk (ORF) medial begleitet wird.

Der Kampf wird in der Anton-Baumgartnerstrasse 40 sein. Neben meinem Kampf werden noch weitere Box- sowie Kickboxkämpfe zu sehen sein.

Wer Tickets möchte, bitte bei mir melden!

Photografie: Johannes Stamcar

Photografie: Johannes Stamcar

2019

Ich freue mich schon sehr auf das Jahr 2019, denn dieses Jahr wird sehr spannend werden.

Los geht es im Februar mit Dancing Stars (für meine deutschen Freunde und Fans = Österreichische Version von Let’s dance).

Als der ORF mich gefragt hat, ob ich bei Dancing Stars mitmachen möchte, habe ich mich wirklich gefreut. Ehrlich gesagt habe ich immer gehofft, dass sie mich mal fragen. Hintergrund ist, dass ich total gerne tanze. In meiner Jugend habe fast jeden Tag in der Tanzschule verbracht, habe Tanzkurs bis Gold gemacht und wollte sogar Tunier-Tänzerin werden. Später habe ich mal etwas Tango Argentino getanzt, 2-3 Salsa-Kurse besucht und habe eigentlich schon länger vor Lindy Hop zu lernen, aber mein derzeitiges Leben hält mich ziemlich auf Trab, so dass ich leider fürs Tanzen kaum Zeit habe.

Das ändert sich ab Februar! Im Februar ist die Pressekonferenz für Dancings Stars, in der wir unsere Tanzpartner erfahren. Dann haben wir vier Wochen Zeit zum Trainieren, bevor wir auf Sendung gehen. Wir werden jede Woche einen neuen Tanz bekommen, den wir Freitags abends in der jeweils aktuellen Folge von Dancing Stars vortanzen werden. Das wird sicher eine tolle Zeit und Erfahrung und wird definitiv sicher eine der Geschichten sein, an die ich mich mit 80 Jahren noch erinnern werde, wenn ich mal auf der Parkbank sitze und mein Leben revue passieren lasse.

Natürlich werde ich weiter fürs Boxen trainieren. Das wird sicher eine sehr herausfordernde Zeit, wenn ich 1-2 Trainingseinheiten pro Tag fürs Boxen und Fitness sowie ca. 4 Stunden täglich für Dancing Stars trainiere, aber ich möchte dieses Jahr noch zwei Kämpfe machen. Eines steht fest: um das Essen bzw. zunehmen muss ich mir in dieser Zeit sicher keine Gedanken machen;-)

Fotografie: Michael Weinwurm

Fotografie: Michael Weinwurm

Habt Ihr eigentlich Vorsätze? Ich habe mir vorgenommen mehr Yoga zu machen. Im Dezember habe ich eine Yogalehrer-Fortbildung im Stil des Inside Flow gemacht und es hat mich motiviert, wieder mehr auf der Matte zu stehen. Gar nicht so einfach, bei meist 3 Trainingseinheiten täglich plus nun mein Tanztraining für Dancing Stars. Aber auch wenn es hier und da nur wenige Minuten sind, so kommt man mit steten kleinen Schritten in die richtige Richtung auch an.

Apropos kleine Schritte: dieses Jahr nehme ich mir vor, keine Plastikdeckel mehr für meinen Coffee-to-go zu nehmen. Es ist einfach wieder ein unnötiges Stück Plastik mehr, auf das man leicht verzichten kann. Letztes Jahr habe ich mir vorgenommen, keine Plastik-Tragetaschen mehr zu nehmen, habe es wirklich konsequent durchgezogen und begrüße übrigens sehr, dass in Österreich ab 2020 Plastik-Tragetaschen verboten werden.

Habt Ihr Vorsätze für das neue Jahr? Auf jeden Fall wünsche ich Euch alles Gute, Glück, Gesundheit, Zufriedenheit und was Ihr Euch noch alles wünscht :-)

Zwei Seiten der Medaille oder: Rückblick meines gestrigen Kampfes

Endlich war es wieder soweit und ich stand wieder im Ring! Nachdem ich im Juli eine Knie-Operation hatte (kleiner Meniskus-Riss / Routineeingriff), einige Wochen nur mit Gehhilfen gehen konnte und erst ab Oktober wieder mein richtiges Training beginnen konnte, war dieser Kampf wichtig für mich, um zu sehen, ob ich es schaffe mich innerhalb von zwei Monaten wieder von quasi Null wieder in Wettkampfform zu bringen. Ich wollte das Jahr 2017 unbedingt noch mit einem Kampf abschliessen.

Meine Gegnerin Lela Terashvili (19 Kämpfe, 10 Siege) kam aus der nächsthöheren Gewichtsklasse Superleichtgewicht. Vereinbart wurde ein Catchweight von 64 kg. Morgens wache ich immer derzeit meist zwischen 63 kg und 65 auf kg (habe durch die Zwangspause / Laufen mit Gehhilfen auch etwas Muskeln an den Beinen verloren) auf, daher hiess es, dass ich für den Kampf nicht abnehmen musste. Beim Wiegen hatte ich 62,2 kg und Lela 63,7 kg.

Lela hat sicherlich für den Kampf mit den bekannten Weight-Cutting Methoden wie Dehydration etc. abgenommen, so dass sie vermutlich mit circa 65-68 kg am Wettkampftag in den Ring stieg. Und diesen Unterschied habe ich auch gemerkt. Nicht, dass ich jetzt sonderlich beeindruckt war, sondern man merkte einfach, dass hinter den Schlägen mehr Masse war als bei Gegnern aus dem Leichtgewicht. Lela kam mit viel Selbstbewusstsein angereist. Man merkte ihr an, dass sie zum Gewinnen gekommen ist. 

Der Kampf fing von beiden Seiten sehr beobachtend an. Zum einen, da beide Gegner sich Respekt zollten und beobachteten. Zum anderen wollte ich langsam starten und mich nach hinten steigern, da die Vorbereitungszeit so kurz war. Sie war von Anfang an ehrgeizig bemessen, da ich ja erst ab Oktober wieder ordentlich trainieren konnte und dann kam noch hinzu, dass ich in der Sparringsphase krank wurde und ich nicht viele Sparrings machen konnte. 

Daher verlief der Kampf in der ersten Hälfte ziemlich ausgeglichen. Erst in der zweiten Kampfhälfte erhöhte ich den Druck, so dass ich das Kampfgeschehen von Runde zu Runde mehr dominierte. Am Ende gewann ich den Kampf mit einem 59-55 Urteil.

Am Ende gewann ich den Kampf mit einem 59-55 Urteil

Zufrieden war ich nicht mit dem Kampf. Ok, ich bin eigentlich nie zufrieden mit meiner Leistung, aber diesmal war ich selbst etwas von mir überrascht. Eigentlich bin ich ein sogenannter Wettkampf-Typ, d.h in bin im Wettkampf meist besser als im Sparring. Aber diesmal war es umgekehrt. In den vergangenen Wochen habe ich an vielen Dingen gearbeitet, die ich im Sparring auch umgesetzt habe. Im Wettkampf war es auf einmal weg und ich bin in alte Muster gefallen. Die gute Seite des Kampfes war, dass ich gesehen habe, dass ich wieder halbwegs in Form war. Zumindest eine gute Basis für den weiteren Aufbau.

Die schlechte Seite war, dass der Kampf anders verlief als erwartet. Aber da man meistens aus den Situationen lernt, in denen es nicht so lief wie gewünscht, ist auch dies wieder eine gute Seite.
Fotografie:: Leonie Schauer

Fotografie:: Leonie Schauer

Die schlechte Seite war, dass der Kampf trotz deutlichem Sieg anders verlief als erwartet. Aber da man meistens aus den Situationen lernt, in denen es nicht so lief wie gewünscht, ist auch dies wieder eine gute Seite. Die Medaille hat immer zwei Seiten und da ich ein Optimist bin, war der Abend ergo ein erfolgreicher Abend. Den Zuschauern hat der Kampf gefallen und für die boxen wir ja.

Ein großes Dankeschön an meine Trainer vom Gym23, Steven Küchler sowie Athletik Trainer Dominik Schmidt. Nicht zu vergessen mein Arzt Dr. Michael Liska, der mich hinsichtlich meines Knies die letzten Monate betreut hat. Meine Sponsoren und das Gym23, die mir den Kampf ermöglichen. Und an alle, die gestern gekommen sind!

 

Fotografie: Bobipix

Fotografie: Bobipix

Ich freue mich auf meinen nächsten Kampf!

Diesen Samstag bin ich wieder im Ring. Nachdem ich im Sommer eine kleine Zwangspause einlegen musste, da ich eine Knie-Operation hatte (kleinerer Miniskus-Riss), hiess es im Herbst wieder neue Kondition aufbauen. Umso mehr freue ich mich in Wien zu boxen!

Die Veranstaltung ist am 9.12.2017 im Hallmann Dome (Gutheil-Schoder Gasse). Neben Boxkämpfen werden auch Kämpfe aus dem Bereich K1 und Mixed Martial Arts zu sehen sein.

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Testimonial für neue BIPA-Kampagne

Ich freue mich Testimonial zu sein für die neue BIPA-Kampagne "Weil ich ein Mädchen bin".

Anbei einige Anzeigenmotive sowie der aktuelle TV-Spot mit u.a. der legendären Dagmar Koller, Mode Designerin Lena Hoschek und mir, die Ihr in diversen Printmedien und Urban Media (Citylights, Billboards, U-Bahnen, etc.) seht.

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Mehr Informationen zur Kampagne findet Ihr hier

Meine Weltmeisterschaft in Ludwigshafen

Diese Weltmeisterschaft war wirklich etwas Besonderes. Über 20 Jahre habe ich in Mannheim gewohnt, bevor ich 2006 nach Wien gezogen bin. Seit ich Profi-Boxerin bin, möchte ich in Mannheim mal einen Kampf machen. Nun mit dem Event von Team Sauerland ist es mir gelungen in der Nachbarstadt von Mannheim, und zwar in Ludwigshafen-  die Stadt, die sogar die gleiche Vorwahl hat wie Mannheim, eine WM zu boxen. Man kann von dem Kampf in Ludwigshafen also von einem Homecoming Kampf sprechen, denn auch wenn Wien schon seit 11 Jahren meine neue Heimat ist, so habe ich nach wie vor Freunde und Familie in Mannheim und pflege den Kontakt zu der Stadt, in der ich meine Schul- und Studienzeit sowie ersten Berufsjahre verbracht habe,.

Zu Hause zu boxen ist immer etwas Besonderes

 

Zu Hause zu boxen ist immer etwas Besonderes. Freude und Anspannung halten sich dabei die Waage. Als ich meine erste Weltmeisterschaft in Wien geboxt habe, hatte ich das Glück, dass ich vorher bereits einige Kämpfe in Wien bestritten hatte, so dass der Druck nicht ganz so gross war, da ich in meiner Wahlheimat bereits geboxt hatte.

Fotografie: Thomas Stüber

Fotografie: Thomas Stüber

Mannheim bzw. Ludwigshafen hingegen war eine andere Situation. Zum einen habe ich hier noch nie geboxt. Zum anderen habe ich immer gesagt, wenn ich mal in Mannheim boxe, dann erst, wenn ich richtig gut boxen kann. Gut, ich glaube, das werde ich wohl nie von mir sagen, da ich mir stets vor Augen führe, was ich noch alles lernen möchte. Aber der Druck war somit sicher etwas größer als in einer Stadt zu boxen, zu der man keinen Bezug hat.

 

Mit Druck meinte ich den Anspruch, den man an sich selbst stellt, besonders gut zu boxen. In meinem Fall war dies, dass ich den Kampf unbedingt vorzeitig gewinnen wollte. Meine Gegnerin Hasna Tukic war in mehreren Runden so knapp vor dem Knock-out, so dass ich stets nachsetzte, um den Kampf zu beenden. „Nicole- Du darfst den KO nicht erzwingen. Wenn Du ganz normal boxt, dann wird der KO schon kommen“ ermahnte mich mein Trainer in den Rundenpausen. 

Seit einiger Zeit gibt es die Diskussionen, ob Frauen nicht wie die Männer Drei-Minuten-Runden boxen sollen. Das größte Argument ist, dass es in drei Minuten einfacher ist, ein KO zu realisieren, als in zwei Minuten und an diesem Kampf hat man es ganz deutlich gesehen. Bei 3-Minuten-Runden wäre der Kampf nicht über die volle Distanz gegangen. Es ist wie im richtigen Leben: wenn man etwas unbedingt will und dabei verkrampft ist, dann klappt es meist nicht. Wenn man aber loslässt und einfach Spass an der Sache hat, dann wird es so kommen wie man möchte. „Fall in Love with the process and the result will come“ ist ein passendes Zitat von Eric Thomas.

Fall in Love with the process and the result will come
Fotografie: Thomas Stüber

Fotografie: Thomas Stüber

Hätte, hätte, Fahrrad-Kette- ich versuche immer das Positive in allem zu sehen, denn das Leben bzw. die Medaille hat immer 2 Seiten. Nach dem Kampf sagte mir mein Trainer, dass der Kampf sehr wichtig war für die Erfahrung und er hat- wie so oft- recht. Jeder Kampf macht mich zu einer immer wieder besseren Boxerin und ich freue mich schon auf meine zukünftigen Kämpfe. 

Wahrscheinlich werde ich dieses Jahr wieder in Wien boxen und darüber freue ich mich sehr. Am schönsten ist es immer in einer Stadt zu boxen, zu der man einen Bezug hat.

Wien ist der Ursprung meiner boxerischen Wurzeln, hier habe ich das Boxen entdeckt und gelernt. Die Region Mannheim ist ein wichtiger Teil meines Lebens und ich denke, dass dies nicht der letzte Kampf in der Region gewesen ist.

Rückblick: wie ich meine WM erlebt habe

Nach einer Ringpause von über 15 Monaten stand ich endlich wieder im Ring. Die Gegnerin Diafana Salazar kam aus der Domenikanischen Republik, hatte 9 Kämpfe, 9 Siege- davon 8 vorzeitig. Und das war es auch schon, was ich von ihr wusste. Es gab kein Video, kaum Fotos, aber der Veranstalter kannte sie und meinte, das passt sicher. Nun gut- aber wie bereite ich mich auf so eine Gegnerin vor?

 

Ich hatte als Sparringspartner daher sehr unterschiedliche Boxer. Größere, Kleinere, Linksausleger und Rechtsausleger. Es war die erste Sparringsphase, in der ich mich nur mit Männern vorbereitet hatte. Es war eigentlich anders geplant, aber am Ende habe ich mich mit 6 unterschiedlichen Jungs vorbereitet. Hat alles so seine Vor- und Nachteile, ob man weibliche oder männliche Sparringspartner hat.  An dieser Stelle möchte ich nochmal bei allen Sparringspartnern bedanken, die mich so toll vorbereitet haben, Jungs- das ist auch Euer Sieg :-)

 

Meine Sparringsphase hatte schon mal ein paar Hürden
Fotografie: Lars Ternes

Fotografie: Lars Ternes

Meine Sparringsphase hatte schon mal ein paar Hürden.. Ich hatte Monate lang mit meinem Knie zu kämpfen, so dass viele Trainingsmittel für das Ausdauer-Training weggefallen sind. Daher möchte ich mich bei Dominik Schmidt, meinem Athletik-Trainer bedanken (Gym Optimum), der mich trotz dieser Hürden super vorbereitet hat.

Die nächste Hürde war, dass ich im Sparringsblock krank wurde, so dass ich eine Woche kein Sparring machen konnte und Antibiotika nehmen musste. Wenn ein großer Teil der Ausdauer aus der Unmittelbaren Wettkampfvorbereitung kommt und man ausgerechnet in dieser Zeit eine Woche flach liegt, dann ist es nicht sehr optimal. Das ist nicht das erste Mal, dass ich in der Vorbereitung einer WM krank wurde. Als ich im Dezember 2014 Weltmeisterin wurde, lag ich 10 Tage während der Sparringsphase im Bett. 

Wenn ich von 3 WMs bei 2 krank wurde und diese 2 WMs beide in im Dezember waren, dann ist der Dezember anscheinend kein guter Monat für mich für eine Weltmeisterschaft ist mein Fazit.

 

Nicht nur ich wurde krank. Auch der Trainer der Gegnerin erkrankte plötzlich und konnte nicht kommen. Zwei Wochen vor dem Kampf hiess ich, ich muss das Ticket umbuchen. Das Ticket umbuchen war ein Gewaltakt vor mehreren Stunden bis sich herausstellte, dass es günstiger ist, ein neues Ticket zu kaufen, statt das alte Ticket umzubuchen. „Warum muss ich eigentlich ein neues Ticket kaufen. Was kann ich denn dafür, dass der Trainer der Gegnerin krank wurde“ grummelte ich. „Du kannst nichts dafür und musst auch kein Ticket kaufen. Aber dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Diafana nicht kommen wird.“ Also musste ich in den saueren Apfel beissen und ein total überteuertes Ticket für einen Flug aus der Domenikanischen Republik kaufen. Obwohl ich noch nicht mal wusste, ob sie ein Visum bekommen, denn der Termin für das Visum war erst 2 Tage vor Abflug.

 

Meine Nerven waren etwas angespannt

Meine Nerven waren etwas angespannt, auch wenn man mich immer wieder beruhgt hat, dass Visa aus der Domenikanischen Republik kein Problem seien. Aber zu frisch war noch die Erinnerung an die afrikanische Gegnerin Muthoni, die kein Visum bekommen hat und der Kampf mit ihr daran scheiterte.

 

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt- glaub in keiner Branche passt der Spruch so gut wie im Boxsport.

Ihre Anreise war so geplant, dass sie 3 Tage vor dem Kampftag ankommt, damit der Flug aus den Knochen ist und sie frisch und fit am Sonntag Abend in den Ring steigen kann. Soweit zum Plan. Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt- glaub in keiner Branche passt der Spruch so gut wie im Boxsport. Donnerstag gegen halb eins sollten sie von Punta Cana in München ankommen und von dort um 14 Uhr weiterfliegen bis nach Hamburg. Gegen 14 Uhr rufen sie bei Boxen im Norden an, um zu sagen, dass sie den Flieger verpasst haben. 90 min. um den Gate auf dem sehr überschaubaren Flughafen in München zu wechseln, schienen wohl zu knapp kalkuliert. Ein Ersatzflug von München nach Hamburg kam nicht in Frage, nachdem ich schon ein ungeplantes drittes Ticket überteuert kaufen musste und der Flugpreis von München nach Hamburg so kurzfristig bei 300 € pro Ticket lag. Sie sollen also bitte zum Münchner Hauptbahnhof und bitte nochmal anrufen, wenn sie am Ticketschalter sind, so dass der Ticketkauf dann telefonisch absolviert werden kann.

 

Nachmittags gegen 17 Uhr rief Rafael von Boxen im Norden an, um sich nach dem Status zu erkundigen. Sie seien immer noch am Flughafen hiess es. „Was macht Ihr denn noch am Flughafen? Bitte fahrt zum Hauptbahnhof mit der U-Bahn und schaut, dass Ihr heute noch nach Hamburg kommt.“

Keine Domenicanos in Sicht

Dann waren sie mehrere Stunden wie vom Erdboden verschluckt. "Keine Domenicanos in Sicht" bekomme ich als Whatsapp-Nachricht. "Verflixt, warum habe ich keinen Direktflug gebucht?" Aber wer rechnet denn mit sowas.

Irgendwann waren alle Verbindungen nach Hamburg hinfällig und die einzige Verbindung war noch ein Nacht-Flixbus vom Münchner Flughafen bis Hamburg. Sie haben mir ja echt leid getan. Andererseits- selbst verschuldet. Hört sich an, als ob ich einen ziemlich Vorsprung hatte, da sie ja total fertig am Freitag in Hamburg angekommen ist von dieser Reise.

Mein Wiegen war der nächste Krimi

Aber diesen Vorsprung habe ich glatt verschenkt, da ich nämlich mein Wiegen etwas verbockt habe. Das war quasi der nächste Krimi. Ich hatte vorher noch nie Probleme mein Gewicht zu bringen. Meine Kämpfe in der Vergangenheit liefen eher so ab, dass ich erst wenige Tage vor dem Kampf mich ernsthaft um mein Gewicht kümmern musste. Mit dem Gewicht war ich auch schon in der Zielgeraden. 1 kg hat mir noch gefehlt, dass ich über Wasser machen wollte. Wer aus der Kampfsportszene kommt, weiss, dass 1 kg wirklich ein Witz ist. Meine Kollegen aus dem Mixed Martial Arts machen 3-4 kg (oder auch mehr) an einem Tag.

So stand ich vor der Wahl das Gewicht am Vorabend zu machen und mit meinem Gewicht zu Bett zu gehen oder ich trainiere eine Stunde vor dem offiziellem Wiegen. Ich entschied mich für Letzteres. Kam circa 90 min. vor dem offiziellen Wiege-Termin, zog meinen Schwitzanzug an und schmiess mich aufs Rudergerät. Nach 45 min. stieg ich vom Rudergerät, trocknete mich ab, zog trockene Klamotten an und stellte mich zur Probe auf die Waage, voller Überzeugung, dass das Gewicht jetzt passen müsste. „Waaas? 200 g in 45 min. im Schwitzanzug??“ Ich war platt. Mein Trainer auch. „Ok, wir machen das jetzt anders. Zieh den Schwitzanzug wieder an, wir machen jetzt eine kurze und intensive Boxeinheit.“ 

Ich muss dazu sagen, dass ich nicht gerne Tatze mache, wenn ich Gewicht mache. Die letzten 2-3 Tage vor dem Kampf, wenn ich das Gewicht runterbringen muss, mache ich lieber eine allgemeine Einheit als eine boxerische Einheit. Das ist nur in diesem Zeitraum so- ich mag den Prozess des Gewichtsmachens nicht so, ich bin da manchmal auch nicht so nett zu meinem Trainer und ich kann mich da auch nicht selbst leiden. Das möchte ich ihm lieber ersparen (auch wenn er mittlerweile weiss, was in den letzten 2-3 Tagen vor dem Kampf auf ihn zukommt).

Nun gut, aber wenn ich das Gewicht nicht bringe, dann habe ich ein Problem. Dann gibt es kein Titelkampf, der WM-Titel ist futsch, alles für die Katz. Ausser Spesen nix gewesen.

Wir arbeiteten explosiv an den Tatzen sowie am Sandsack. Ich war erstaunt, wie explosiv ich auf einmal war. Denn ich muss hinzufügen, dass ich nicht nur ein bisschen schlechte Laune habe beim Gewichtmachen; ich leide auch immer furchtbar, so dass ich überhaupt zu nix zu gebrauchen bin bis zum Wiegen. Also ungefähr so, als wenn ein Mann die berühmte Männergrippe bekommt- so kann man sich das vorstellen.

Aber aufeinmal war da keine schlechte Laune, ich war explosiv, in der Form meines Lebens quasi- also wenn es sein muss, geht es doch, war mein Fazit. Wenn es um die Wurst geht und man sich zusammenreissen muss, dann sieht man, was alles möglich ist.

Nach weiteren 30 min. Training im Schwitzanzug war ich mit dem offiziellem Wiegen dran. Ich trocknete mich ab, stellte mich mit trockenen Klamotten auf die Waage- und der Zeiger hat sich schon wieder nur 200 g bewegt! Ich war echt ratlos. 1 Stunde hatte ich ab nun Zeit, um das Gewicht runterzubringen.

 

Nach weiteren 30 min. im Schwitzanzug plus dicker Winterjacke auf dem Laufband habe ich das Gewicht endlich gebracht. Wahnsinn! Ist mir immer noch ein Rätsel was da los war. Eine von mehreren Erklärungen war, dass meine geflochtenen Zöpfe nass waren und dies soviel ausgemacht hat. Ich habe schon mal Gewicht gemacht mit einem Schwitzanzug und bin mit triefnassen Socken auf die Waage, um festzustellen, dass diese Socken fast ein halbes Kilo mit dem Wasser gewogen haben. Keine Ahnung, ist mir immer noch ein Rätsel alles...

Auf jeden Fall ändere ich etwas an meinem Prozess des „Gewichtsmachens“. Als Amateur habe ich 60 kg geboxt ohne Schwitzanzug & Co und das ging auch. Nochmal gebe ich mir so eine Tortur vor dem Kampf nicht. 

Glücklicherweise hat mich diese Tortur nicht allzusehr hinuntergezogen. Ich fühlte mich frisch und fit und beim Aufwärmen merkte ich, dass ich echt Lust auf den Kampf hatte. Kurz vor dem Kampf kam Steven zu mir und raunte mir ins Ohr „Pass auf, ich weiss, was die machen. Sie wird versuchen Dich auzukontern und über Deine Führhand drüber schlagen.“ „Wie kommst Du darauf?“ „Vertraue mir“. Keine Ahnung, was Steven gesehen oder gefühlt hat, aber wenn man über 300 Kämpfe erlebt und zig Kämpfe als Trainer betreut hat, dann riecht man anscheinend alles.

Der Kampf fing daher sehr beobachtend an
Fotografie: Sylke Meier

Fotografie: Sylke Meier

Der Kampf fing daher sehr beobachtend an. Ich beobachtete sie; sie wiederum wartete, dass ich endlich schlage. Das ist der Moment, in dem die Menge anfängt alle möglichen Schlagverbindungen und Schlagkombinationen reinzurufen, Personen, die nicht wissen, was der Plan von wem ist.

Die erste Runde verlief ausgeglichen mit Vorteilen bei mir.  

Die zweite Runde habe ich über die Führhand komplett kontrolliert. Ich habe sie dann mit einer Schlaghand-Geraden sehr hart getroffen und an ihren Augen und Körperhaltung merkte ich wie hart. Sie rollte ihre Augen, war ziemlich weggetreten und nicht mehr kampffähig, so dass ich nachsetzte mit einem 2. und 3. Angriff, bis der Ringrichter dazwischen ging, so dass es ein technischer Knock-out Sieg wurde, was wahrscheinlich ganz gut war, weil sie sicher schwer KO gegangen wäre.

Nach der Urteilsverkündung kam Alicia Melina Kummer (Weltmeisterin eine Gewichtsklasse über mir) in den Ring
Fotografie: Sylke Meyer

Fotografie: Sylke Meyer

Nach der Urteilsverkündung kam Alicia Melina Kummer (Weltmeisterin eine Gewichtsklasse über mir) in den Ring.

Sie gratulierte mir zum Kampf und frage, ob ich gegen sie mal boxen würde. Als Vorschlag kam der 2. April bei Boxen im Norden in Hamburg, ein Heimspiel für sie quasi.

Meine Antwort war, dass ich prinzipiell offen für den Kampf bin. Details müssen natürlich geklärt werden, aber ich bin offen, so dass da jetzt gerne Gespräche geführt werden können. Es wäre eine faire Sache, da wir beide über 3 Monate Zeit haben uns ordentlich vorzubereiten.

 

 

Ach Gott, war ich erleichtert nach dem Kampf

Ach Gott, war ich erleichtert nach dem Kampf. Ich jubelte, hüpfte in die Luft bei der Urteilsverkündung (keine Ahnung, warum ich das immer mache, das kommt irgendwie immer von alleine) und war froh. Nach so einer WM fällt einem doch die Last von den Schultern, vor allem, weil ich so lange nicht im Ring stand. Die Gegnerin hätte ruhig schwerer sein können, das ist halt etwas blöd, wenn es vorher kein Video gibt. Aber ich bin froh wie alles gelaufen ist. Ich möchte 2017 einige Kämpfe machen. Kaum war der Kampf vorbei, war neben dem Kampf mit Alicia auch noch ein anderer Kampf im Gespräch- also ich bin sicher, dass ich bald wieder boxe.

Fotografie: Klaus Frevert

Fotografie: Klaus Frevert

Aber erstmal die Weihnachtszeit und kurze Pause geniessen :-)

Danke

Danke an meine Trainer, ich sage es immer wieder und werde es immer wieder sagen, dass ich so froh bin Euch zu haben. Danke an meine Boxtrainer, von denen ich sehr viel lerne. Früher hatte ich „nur“ meine Schlagkraft, die ich als Ausgleich in die Wiege gelegt bekomme habe, weil ich den Sport leider so spät entdeckt habe. Von Jahr zu Jahr werde ich technisch besser, aber keine Sorge liebe Trainer, ich weiss, es ist noch Luft nach oben :-)

Danke auch an meinen Athletik-Trainer Dominik Schmidt. Er hatte es bei dieser WM nicht so einfach, denn ich hatte mit Knie-Problemen zu kämpfen und musste aber dennoch optimal für 10 Runden vorbereitet werden. Es ist athletisch unglaublich viel weitergegangen in letzter Zeit und in einer Sportart wie Boxen ist die körperliche Fitness sehr wichtig.

Apropos Knie- danke an mein liebes Physiotherapeuten-Team, die immer für mich da sind, wenn etwas zwickt und zwackt.

Danke an meine Sponsoren. Leistungssport ist ohne Sponsoren überhaupt nicht denkbar, denn es gibt zu viele Posten, die finanziert werden müssen: Karls, die meine WM gerettet haben und mit der ganzen Familie angereist sind, um mich nicht nur finanziell sondern auch lauthals zu unterstützen. 2B, ein Functional Fruit Drink mit 1 kg Obst je Dose, Lauretana, das m.M. beste Wasser der Welt, Adidas- eine Marke, die ich gerne empfehle, Vega Nova- die gesunde Schuhe und gesunde Möbel anbieten und wo ich mir bald meine gesündesten Winterschuhe, die ich jemals hatte, holen werde. Und Eden- die Kultbar, wo man wie anno dazumal das Tanzbein zu Chacha, Rumba und Jive schwingen kann (und wo Ihr mich am ehesten am Wochenende mal findet ;-)

Danke an Boxen im Norden für eine tolle Kooperation, ich hoffe, dass wir noch viele Kämpfe gemeinsam machen werden. Ich habe mich ein bisschen in Hamburg verliebt, ist wie Wismar eine wunderschöne Hansestadt und ich würde gerne wieder hier boxen.

Vielen Dank an alle Journalisten, die das Event so toll medial begleitet haben, was wäre der Sport ohne die passende Berichterstattung.

Ich habe es schon einige Male gesagt, aber ich möchte mich vor allem bei meinen Fans bedanken. Bei denen, die extra nach Hamburg gereist sind aber auch bei allen, die mich immer aus der Ferne unterstützen. So etwas merkt man auch aus der Ferne, wenn Leute wollen, dass man gewinnt. Manche verfolgen ja mein Boxerleben schon seit Profidebüt und ich hoffe, dass ich Euch Eure tolle Unterstützung mit vielen tollen Kämpfen „zurückgeben“ kann.

Was ich mir aus dem Kampf mitnehme?

Was ich mir aus dem Kampf mitnehme? Neben der Erfahrung und das wertvolle Training stelle ich fest, wie ich mich in Gelassenheit übe. 

Eine Boxmanagerin (ich glaube die Managerin von Özlem) sagte mal einen lustigen Satz über den Boxsport: „Man muss immer einen Plan A, B und C haben“. Das trifft den Nagel ziemlich auf den Kopf. Die Boxerei sowie mein Zen-Buddhismus schulen mich in Gelassenheit. Es bringt nichts an einem Plan zu kleben und sich aufzuregen, wenn etwas nicht funktioniert, macht nur schlechte Laune und graue Haare.

Statt dessen versuchen Steven und ich fast alles mit einem Lachen zu lösen, wenn etwas nicht nach Plan läuft, was ziemlich oft der Fall ist. Klappt nicht immer, aber immer öfter. Man kann dem ganzen Wahnsinn nur mit Humor begegnen.  Oder-  wie ich es in meinem Ninja Warrior Blog geschrieben habe:  man muss manche Episoden einfach als Sammeln von Parkbank-Geschichten betrachten. Wenn ich mal 80 Jahre alt bin und auf der Parkbank sitze, dann habe ich einige Geschichten zu erzählen. 

man muss manche Episoden einfach als Sammeln von Parkbank-Geschichten betrachten

Der Boxsport ist ein magischer Sport, der viele Leute in den Bann zieht. Und ein Sport, der Unterstützung bekommt von vielen Leuten. Veranstalter, Kämpfer, viele Journalisten aus der Boxszene, Funktionäre- die meisten Leute machen das hauptsächlich für wenig bis gar nichts. 

Veranstalter legen bei Veranstaltungen meist drauf und haben einen Riesen-Stress bei jeder Veranstaltung. 

Kämpfer leben meist nur von Sponsoren und oft sind die Ausgaben höher als die Einnahmen. 

Funktionäre haben zwar Gagen, aber auch einige Ausgaben wie Lizenzen und Besuche bei Conventions (damit sie Einsätze als Kampfrichter bekommen), so dass da auch kaum etwas übrig bleibt. 

Die meisten Boxjournalisten schreiben Artikel um Artikel zu allen nationalen und internationalen Kämpfen, aber die Werbeeinnahmen stehen in keinem Verhältnis zum Aufwand.

Warum machen wir das dann alles? Weil wir den Sport lieben. Wir machen unsere Milchmädchen-Rechnung, dass sicher eines Tages sich alles rechnen wird, aber insgeheim sind wir nicht immer davon überzeugt, ob das alles so einen Sinn macht. Aber den Zweifel lassen wir nicht richtig in unser Herz hinein, weil es darum eigentlich gar nicht geht. Es geht um die Liebe zum Sport und wenn wir nicht tun, was wir lieben, DANN stellt sich eigentlich die Frage nach dem Sinn, oder? Es geht um Liebe (zum Sport), Emotionen (die uns verbinden) und die Parkbank-Geschichten, die unser Leben bunt und spannend machen.

Danke, dass Ihr Teil meiner Parkbank-Geschichten seid!

In 4 Wochen ist es soweit!

Die Zeit verrinnt wie im Flug- in 4 Wochen ist es soweit und ich stehe wieder im Ring! Ich hatte dieses Jahr ziemlich Pech, weil einige Kämpfe geplant waren, die dann nicht stattgefunden haben.   Daher drehe ich auch ein paar Sparringsrunden mehr. Meine Sparringsphase hat schon begonnen und ich freue mich schon sehr! Die Veranstaltung wird sicher klasse. Boxen im Norden, der Veranstalter des Boxevents am 4.12.2016, ist für tolle Boxabende bekannt. 

Wer mich live vor Ort anfeuern will, hier gibt es die Tickets.

Fotografie: Irene Schaur

Nächte Weltmeisterschaft ist fix!

Fotografie: Irene Schaur

Fotografie: Irene Schaur

Am 4.12.2016 werde ich in Hamburg meine drei Titel gegen Diafana Salazar verteidigen. Sie kommt aus der Domenikanischen Republik und hat eine Kampfbilanz von 9 Kämpfen und 9 Siegen, davon 8 durch KO.

Es ist die erste Gegnerin von der ich nichts weiss. Meistens findet man ja doch mal eine Video-Sequenz von jemand, aber bei Salazar bin ich nicht fündig geworden. Vielleicht hat das auch einen Vorteil. Im letzten Kampf habe ich mir ein paar gezielte Aktionen für die Gegnerin ausgedacht, die aber leider nicht funktioniert haben, aber ich habe sie dennoch immer wieder wiederholt. Manchmal ist man etwas zu festgefahren, wenn man denkt, man wüsste mit welchen Mitteln man den Gegner besiegt. Solch eine Erfahrung haben schon einige Boxer gemacht. Ich werde gut vorbereitet in den Ring steigen und dann werde ich nach den ersten Minuten merken, mit welcher Strategie und Taktik ich sie bekämpfen kann.

Mit dabei wird die Wiener Band Youno sein. Ich spiele die Hauptrolle in dem Musik-Video ihres neuen Songs, den sie dort zum ersten Mal live spielen werden. 

Boxen im Norden ist bekannt für tolle Events. Die Matchmakings sind gut und auch das ganze Drumherum ist stilvoll. Ich freue mich sehr, dass ich dort boxen darf. Neben mir wird noch mein Boxkollege Mansur Elsaev (ebenfalls Gym23, Wien), Jürgen Doberstein (Saarland), Sebastian LoZito (Hamburg) sowie Rafael Bejaran (Hamburg) boxen. Die Karten sind ab sofort via www.eventim.de erhältlich.

WM-Vorbereitung fast abgeschlossen, in einer Woche stehe ich wieder im Ring!

Die Zeit ist mal wieder unglaublich geflogen! Meine WM-Vorbereitung ist nahezu abgeschlossen. Ich danke meinen Sparringspartnern Milena Koleva und Aniya Saki, meinen Trainern sowie dem Club Legends, dass wir in der unmittelbaren Wettkampf-Vorbereitung die Räumlichkeiten in Berlin nutzen konnten.

Vor einem Jahr habe ich bereits in Wismar geboxt. Es war mein allererster Titelkampf, die Interkontinentalmeisterschaft, die nach meinem Sieg das Ticket für die WM bedeutet hat. Die Stadt Wismar ist wunderschön und überall bin ich auf sehr herzliche Menschen gestossen, daher reise ich mit sehr positiven Gefühlen in diese Stadt. Ich freue mich!

Ostsee-Zeitung 29.8.2015

Ostsee-Zeitung 29.8.2015

Hier noch ein paar Infos zu der Veranstaltung http://boxenplus.de/boxen-in-wismar-psp-veranstaltet-am-6-september/

Gegnerwechsel oder: aus dem Innenleben eines Boxers kurz vorm Kampf

Der Zeitraum, in dem der Boxer sich voll und ganz auf den Kampf konzentrieren müsste- wenn der Tag nur noch aus Trainieren, Schlafen, Essen und Regeneration bestehen müsste- ist in meinem Leben immer der stressigste Zeitpunkt. Zig Mails, Telefonate und Meetings mit Gegnern, Verbänden, Presse, Sponsoren zur Finanzierung des Kampfes- je näher es zum Kampf rückt, desto stressiger wird es leider. Es wäre eigentlich anzunehmen, dass der WM-Kampf im Dezember mein aufregendster Kampf gewesen ist, aber der Kampf war kein Vergleich zur Planung meines bevorstehenden Kampfes.

Anfang Mai habe ich die Kenianer zum ersten Mal kontaktiert und Mitte Mai ist der Kampf mit Florence Muthoni fixiert worden. Noch nie sind so viele eMails zu einem Kampf geschickt worden (116 nur mit Kenia!), noch nie hat mich ein Kampf so viel Nerven gekostet. Ich könnte jetzt viel schreiben, aber was soll ich sagen- es ändert nichts. Zen Life is Moment Life- diese Situation ist gerade mein Meister. Ich habe mich so sehr geärgert, aber das Wichtigste ist nun den Ärger fallen zu lassen, denn schließlich boxe ich am Samstag. „Bring Deinen Müll raus“ heisst es in „The peaceful warrior“, um ein guter Kämpfer zu werden.

Anfang dieser Woche habe ich aus Sorge, dass der Kampf in Gefahr ist, nach Ersatzgegnern Ausschau gehalten. Mittwoch abend war mir klar, dass die Kenianer immer noch kein Visum haben und somit nicht am Donnerstag im Flugzeug sitzen können. Mittwoch habe ich glücklicherweise eine Zusage von meiner Ersatzgegnerin bekommen: Monica Gentili (7 Kämpfe; 4 Siege- 3 Niederlagen). Sie hatte bis vor kurzem in Boxrec am 20.6  noch einen Kampf stehen, der Kampf ist anscheinend ge-cancelled worden. In YouTube findet Ihr ein paar Videos, ich denke das wird ein guter Kampf.

   Fotografie: links karlgrabherr.at; rechts: Missy G Bulferi Fotografia

   Fotografie: links karlgrabherr.at; rechts: Missy G Bulferi Fotografia

 

Hier noch ein paar Eckdaten:

  • 20.6.2015 Nicole Wesner vs. Monica Gentili; 6x2 in Wien (Admiral Dome)
  • Einlass ab 19 Uhr; Tickets z.B. Öticket und Abendkasse
  • Als weiterer Boxkampf wird mein Boxkollege Mansur Elsaev (Gym23; gleiches Trainer-Team wie ich) sein Profi-Debüt geben und auf Lazlo Ivanji treffen. Neben diesen zwei Boxkämpfen werden K1 und MMA- Kämpfe zu sehen sein