Eine ungewöhnliche Auszeichnung

Eine ungewöhnliche Auszeichnung wurde mir über diverse Kanäle mitgeteilt. Es gab eine Umfrage, wer denn Deutschlands schönste Sportlerin sei und ich habe in dieser Marktforschung den 2. Platz belegt. 

Hier einige Artikel zur Nachlese

http://www.sport1.de/boulevard/2017/04/deutschlands-schoenste-sportlerinnen?id=c32a73ed-1dfa-11e7-b3ce-f80f41fc6a62

http://sportbild.bild.de/sportmix/2017/sportmix/fg-schoenste-sportlerin-51242812.sport.html

http://www.bild.de/regional/dresden/playboy/schoenste-sportlerin-deutschlands-51232270.bild.html

 

Fotografie: Karl Grabherr

Fotografie: Karl Grabherr

Ich fühle mich sehr geehrt und der zweite Platz ist auch voll ok, denn ich möchte ja Gegner ausknocken und keinen Schönheitspreis gewinnen;-)

 

Apropos Knock-out:

Mit Hochdruck arbeite ich an meinem nächsten Kampf. Wenn alles klappt, wie die Planungen laufen, dann wird dies eine ganz tolle Sache und ich kann es kaum erwarten, Euch davon zu erzählen!

Lifesign

Ich hatte die Ehre in dem Musik-Video "Lifesign" von Youno mitzuspielen. Es geht in dem Song um den Umgang mit
den eigenen Wünschen, den Wünschen der Mitmenschen sowie dem zunehmenden Leistungsdruck der Gesellschaft "so we chase for gold cause that's what we're told". 
Hinfallen, aufstehen und weitermachen, auch wenn niemand an einen glaubt. Sich von ganz unten nach oben zu arbeiten, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren und seine Werte aufzugeben.

Filmisch übersetzt wurde es durch Kämpfe mit einem Mann, der mich als Boxerin nicht ernst nimmt. Während die ersten Kämpfe mit ihm sehr hart waren, bin ich dran geblieben, habe trainiert und konnte ihn am Ende sogar ausknocken. (Da wir 3 Stunden die Kämpfe gedreht haben, muss ich etwas schmunzeln wie es ausschaut, wie ich ihn bei 50 % Schlaghärte- anders hätten wir nicht 3 Stunden sparren können- "ausknocke";-))

Das Lied gefällt mir echt gut und die Band ist wirklich sehr sympathisch (ein paar von ihnen boxen auch!). Derzeit läuft das Video mehrmals pro Tag auf dem Musiksender GoTV . 

Rückblick: wie ich meine WM erlebt habe

Nach einer Ringpause von über 15 Monaten stand ich endlich wieder im Ring. Die Gegnerin Diafana Salazar kam aus der Domenikanischen Republik, hatte 9 Kämpfe, 9 Siege- davon 8 vorzeitig. Und das war es auch schon, was ich von ihr wusste. Es gab kein Video, kaum Fotos, aber der Veranstalter kannte sie und meinte, das passt sicher. Nun gut- aber wie bereite ich mich auf so eine Gegnerin vor?

 

Ich hatte als Sparringspartner daher sehr unterschiedliche Boxer. Größere, Kleinere, Linksausleger und Rechtsausleger. Es war die erste Sparringsphase, in der ich mich nur mit Männern vorbereitet hatte. Es war eigentlich anders geplant, aber am Ende habe ich mich mit 6 unterschiedlichen Jungs vorbereitet. Hat alles so seine Vor- und Nachteile, ob man weibliche oder männliche Sparringspartner hat.  An dieser Stelle möchte ich nochmal bei allen Sparringspartnern bedanken, die mich so toll vorbereitet haben, Jungs- das ist auch Euer Sieg :-)

 

Meine Sparringsphase hatte schon mal ein paar Hürden
Fotografie: Lars Ternes

Fotografie: Lars Ternes

Meine Sparringsphase hatte schon mal ein paar Hürden.. Ich hatte Monate lang mit meinem Knie zu kämpfen, so dass viele Trainingsmittel für das Ausdauer-Training weggefallen sind. Daher möchte ich mich bei Dominik Schmidt, meinem Athletik-Trainer bedanken (Gym Optimum), der mich trotz dieser Hürden super vorbereitet hat.

Die nächste Hürde war, dass ich im Sparringsblock krank wurde, so dass ich eine Woche kein Sparring machen konnte und Antibiotika nehmen musste. Wenn ein großer Teil der Ausdauer aus der Unmittelbaren Wettkampfvorbereitung kommt und man ausgerechnet in dieser Zeit eine Woche flach liegt, dann ist es nicht sehr optimal. Das ist nicht das erste Mal, dass ich in der Vorbereitung einer WM krank wurde. Als ich im Dezember 2014 Weltmeisterin wurde, lag ich 10 Tage während der Sparringsphase im Bett. 

Wenn ich von 3 WMs bei 2 krank wurde und diese 2 WMs beide in im Dezember waren, dann ist der Dezember anscheinend kein guter Monat für mich für eine Weltmeisterschaft ist mein Fazit.

 

Nicht nur ich wurde krank. Auch der Trainer der Gegnerin erkrankte plötzlich und konnte nicht kommen. Zwei Wochen vor dem Kampf hiess ich, ich muss das Ticket umbuchen. Das Ticket umbuchen war ein Gewaltakt vor mehreren Stunden bis sich herausstellte, dass es günstiger ist, ein neues Ticket zu kaufen, statt das alte Ticket umzubuchen. „Warum muss ich eigentlich ein neues Ticket kaufen. Was kann ich denn dafür, dass der Trainer der Gegnerin krank wurde“ grummelte ich. „Du kannst nichts dafür und musst auch kein Ticket kaufen. Aber dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Diafana nicht kommen wird.“ Also musste ich in den saueren Apfel beissen und ein total überteuertes Ticket für einen Flug aus der Domenikanischen Republik kaufen. Obwohl ich noch nicht mal wusste, ob sie ein Visum bekommen, denn der Termin für das Visum war erst 2 Tage vor Abflug.

 

Meine Nerven waren etwas angespannt

Meine Nerven waren etwas angespannt, auch wenn man mich immer wieder beruhgt hat, dass Visa aus der Domenikanischen Republik kein Problem seien. Aber zu frisch war noch die Erinnerung an die afrikanische Gegnerin Muthoni, die kein Visum bekommen hat und der Kampf mit ihr daran scheiterte.

 

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt- glaub in keiner Branche passt der Spruch so gut wie im Boxsport.

Ihre Anreise war so geplant, dass sie 3 Tage vor dem Kampftag ankommt, damit der Flug aus den Knochen ist und sie frisch und fit am Sonntag Abend in den Ring steigen kann. Soweit zum Plan. Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt- glaub in keiner Branche passt der Spruch so gut wie im Boxsport. Donnerstag gegen halb eins sollten sie von Punta Cana in München ankommen und von dort um 14 Uhr weiterfliegen bis nach Hamburg. Gegen 14 Uhr rufen sie bei Boxen im Norden an, um zu sagen, dass sie den Flieger verpasst haben. 90 min. um den Gate auf dem sehr überschaubaren Flughafen in München zu wechseln, schienen wohl zu knapp kalkuliert. Ein Ersatzflug von München nach Hamburg kam nicht in Frage, nachdem ich schon ein ungeplantes drittes Ticket überteuert kaufen musste und der Flugpreis von München nach Hamburg so kurzfristig bei 300 € pro Ticket lag. Sie sollen also bitte zum Münchner Hauptbahnhof und bitte nochmal anrufen, wenn sie am Ticketschalter sind, so dass der Ticketkauf dann telefonisch absolviert werden kann.

 

Nachmittags gegen 17 Uhr rief Rafael von Boxen im Norden an, um sich nach dem Status zu erkundigen. Sie seien immer noch am Flughafen hiess es. „Was macht Ihr denn noch am Flughafen? Bitte fahrt zum Hauptbahnhof mit der U-Bahn und schaut, dass Ihr heute noch nach Hamburg kommt.“

Keine Domenicanos in Sicht

Dann waren sie mehrere Stunden wie vom Erdboden verschluckt. "Keine Domenicanos in Sicht" bekomme ich als Whatsapp-Nachricht. "Verflixt, warum habe ich keinen Direktflug gebucht?" Aber wer rechnet denn mit sowas.

Irgendwann waren alle Verbindungen nach Hamburg hinfällig und die einzige Verbindung war noch ein Nacht-Flixbus vom Münchner Flughafen bis Hamburg. Sie haben mir ja echt leid getan. Andererseits- selbst verschuldet. Hört sich an, als ob ich einen ziemlich Vorsprung hatte, da sie ja total fertig am Freitag in Hamburg angekommen ist von dieser Reise.

Mein Wiegen war der nächste Krimi

Aber diesen Vorsprung habe ich glatt verschenkt, da ich nämlich mein Wiegen etwas verbockt habe. Das war quasi der nächste Krimi. Ich hatte vorher noch nie Probleme mein Gewicht zu bringen. Meine Kämpfe in der Vergangenheit liefen eher so ab, dass ich erst wenige Tage vor dem Kampf mich ernsthaft um mein Gewicht kümmern musste. Mit dem Gewicht war ich auch schon in der Zielgeraden. 1 kg hat mir noch gefehlt, dass ich über Wasser machen wollte. Wer aus der Kampfsportszene kommt, weiss, dass 1 kg wirklich ein Witz ist. Meine Kollegen aus dem Mixed Martial Arts machen 3-4 kg (oder auch mehr) an einem Tag.

So stand ich vor der Wahl das Gewicht am Vorabend zu machen und mit meinem Gewicht zu Bett zu gehen oder ich trainiere eine Stunde vor dem offiziellem Wiegen. Ich entschied mich für Letzteres. Kam circa 90 min. vor dem offiziellen Wiege-Termin, zog meinen Schwitzanzug an und schmiess mich aufs Rudergerät. Nach 45 min. stieg ich vom Rudergerät, trocknete mich ab, zog trockene Klamotten an und stellte mich zur Probe auf die Waage, voller Überzeugung, dass das Gewicht jetzt passen müsste. „Waaas? 200 g in 45 min. im Schwitzanzug??“ Ich war platt. Mein Trainer auch. „Ok, wir machen das jetzt anders. Zieh den Schwitzanzug wieder an, wir machen jetzt eine kurze und intensive Boxeinheit.“ 

Ich muss dazu sagen, dass ich nicht gerne Tatze mache, wenn ich Gewicht mache. Die letzten 2-3 Tage vor dem Kampf, wenn ich das Gewicht runterbringen muss, mache ich lieber eine allgemeine Einheit als eine boxerische Einheit. Das ist nur in diesem Zeitraum so- ich mag den Prozess des Gewichtsmachens nicht so, ich bin da manchmal auch nicht so nett zu meinem Trainer und ich kann mich da auch nicht selbst leiden. Das möchte ich ihm lieber ersparen (auch wenn er mittlerweile weiss, was in den letzten 2-3 Tagen vor dem Kampf auf ihn zukommt).

Nun gut, aber wenn ich das Gewicht nicht bringe, dann habe ich ein Problem. Dann gibt es kein Titelkampf, der WM-Titel ist futsch, alles für die Katz. Ausser Spesen nix gewesen.

Wir arbeiteten explosiv an den Tatzen sowie am Sandsack. Ich war erstaunt, wie explosiv ich auf einmal war. Denn ich muss hinzufügen, dass ich nicht nur ein bisschen schlechte Laune habe beim Gewichtmachen; ich leide auch immer furchtbar, so dass ich überhaupt zu nix zu gebrauchen bin bis zum Wiegen. Also ungefähr so, als wenn ein Mann die berühmte Männergrippe bekommt- so kann man sich das vorstellen.

Aber aufeinmal war da keine schlechte Laune, ich war explosiv, in der Form meines Lebens quasi- also wenn es sein muss, geht es doch, war mein Fazit. Wenn es um die Wurst geht und man sich zusammenreissen muss, dann sieht man, was alles möglich ist.

Nach weiteren 30 min. Training im Schwitzanzug war ich mit dem offiziellem Wiegen dran. Ich trocknete mich ab, stellte mich mit trockenen Klamotten auf die Waage- und der Zeiger hat sich schon wieder nur 200 g bewegt! Ich war echt ratlos. 1 Stunde hatte ich ab nun Zeit, um das Gewicht runterzubringen.

 

Nach weiteren 30 min. im Schwitzanzug plus dicker Winterjacke auf dem Laufband habe ich das Gewicht endlich gebracht. Wahnsinn! Ist mir immer noch ein Rätsel was da los war. Eine von mehreren Erklärungen war, dass meine geflochtenen Zöpfe nass waren und dies soviel ausgemacht hat. Ich habe schon mal Gewicht gemacht mit einem Schwitzanzug und bin mit triefnassen Socken auf die Waage, um festzustellen, dass diese Socken fast ein halbes Kilo mit dem Wasser gewogen haben. Keine Ahnung, ist mir immer noch ein Rätsel alles...

Auf jeden Fall ändere ich etwas an meinem Prozess des „Gewichtsmachens“. Als Amateur habe ich 60 kg geboxt ohne Schwitzanzug & Co und das ging auch. Nochmal gebe ich mir so eine Tortur vor dem Kampf nicht. 

Glücklicherweise hat mich diese Tortur nicht allzusehr hinuntergezogen. Ich fühlte mich frisch und fit und beim Aufwärmen merkte ich, dass ich echt Lust auf den Kampf hatte. Kurz vor dem Kampf kam Steven zu mir und raunte mir ins Ohr „Pass auf, ich weiss, was die machen. Sie wird versuchen Dich auzukontern und über Deine Führhand drüber schlagen.“ „Wie kommst Du darauf?“ „Vertraue mir“. Keine Ahnung, was Steven gesehen oder gefühlt hat, aber wenn man über 300 Kämpfe erlebt und zig Kämpfe als Trainer betreut hat, dann riecht man anscheinend alles.

Der Kampf fing daher sehr beobachtend an
Fotografie: Sylke Meier

Fotografie: Sylke Meier

Der Kampf fing daher sehr beobachtend an. Ich beobachtete sie; sie wiederum wartete, dass ich endlich schlage. Das ist der Moment, in dem die Menge anfängt alle möglichen Schlagverbindungen und Schlagkombinationen reinzurufen, Personen, die nicht wissen, was der Plan von wem ist.

Die erste Runde verlief ausgeglichen mit Vorteilen bei mir.  

Die zweite Runde habe ich über die Führhand komplett kontrolliert. Ich habe sie dann mit einer Schlaghand-Geraden sehr hart getroffen und an ihren Augen und Körperhaltung merkte ich wie hart. Sie rollte ihre Augen, war ziemlich weggetreten und nicht mehr kampffähig, so dass ich nachsetzte mit einem 2. und 3. Angriff, bis der Ringrichter dazwischen ging, so dass es ein technischer Knock-out Sieg wurde, was wahrscheinlich ganz gut war, weil sie sicher schwer KO gegangen wäre.

Nach der Urteilsverkündung kam Alicia Melina Kummer (Weltmeisterin eine Gewichtsklasse über mir) in den Ring
Fotografie: Sylke Meyer

Fotografie: Sylke Meyer

Nach der Urteilsverkündung kam Alicia Melina Kummer (Weltmeisterin eine Gewichtsklasse über mir) in den Ring.

Sie gratulierte mir zum Kampf und frage, ob ich gegen sie mal boxen würde. Als Vorschlag kam der 2. April bei Boxen im Norden in Hamburg, ein Heimspiel für sie quasi.

Meine Antwort war, dass ich prinzipiell offen für den Kampf bin. Details müssen natürlich geklärt werden, aber ich bin offen, so dass da jetzt gerne Gespräche geführt werden können. Es wäre eine faire Sache, da wir beide über 3 Monate Zeit haben uns ordentlich vorzubereiten.

 

 

Ach Gott, war ich erleichtert nach dem Kampf

Ach Gott, war ich erleichtert nach dem Kampf. Ich jubelte, hüpfte in die Luft bei der Urteilsverkündung (keine Ahnung, warum ich das immer mache, das kommt irgendwie immer von alleine) und war froh. Nach so einer WM fällt einem doch die Last von den Schultern, vor allem, weil ich so lange nicht im Ring stand. Die Gegnerin hätte ruhig schwerer sein können, das ist halt etwas blöd, wenn es vorher kein Video gibt. Aber ich bin froh wie alles gelaufen ist. Ich möchte 2017 einige Kämpfe machen. Kaum war der Kampf vorbei, war neben dem Kampf mit Alicia auch noch ein anderer Kampf im Gespräch- also ich bin sicher, dass ich bald wieder boxe.

Fotografie: Klaus Frevert

Fotografie: Klaus Frevert

Aber erstmal die Weihnachtszeit und kurze Pause geniessen :-)

Danke

Danke an meine Trainer, ich sage es immer wieder und werde es immer wieder sagen, dass ich so froh bin Euch zu haben. Danke an meine Boxtrainer, von denen ich sehr viel lerne. Früher hatte ich „nur“ meine Schlagkraft, die ich als Ausgleich in die Wiege gelegt bekomme habe, weil ich den Sport leider so spät entdeckt habe. Von Jahr zu Jahr werde ich technisch besser, aber keine Sorge liebe Trainer, ich weiss, es ist noch Luft nach oben :-)

Danke auch an meinen Athletik-Trainer Dominik Schmidt. Er hatte es bei dieser WM nicht so einfach, denn ich hatte mit Knie-Problemen zu kämpfen und musste aber dennoch optimal für 10 Runden vorbereitet werden. Es ist athletisch unglaublich viel weitergegangen in letzter Zeit und in einer Sportart wie Boxen ist die körperliche Fitness sehr wichtig.

Apropos Knie- danke an mein liebes Physiotherapeuten-Team, die immer für mich da sind, wenn etwas zwickt und zwackt.

Danke an meine Sponsoren. Leistungssport ist ohne Sponsoren überhaupt nicht denkbar, denn es gibt zu viele Posten, die finanziert werden müssen: Karls, die meine WM gerettet haben und mit der ganzen Familie angereist sind, um mich nicht nur finanziell sondern auch lauthals zu unterstützen. 2B, ein Functional Fruit Drink mit 1 kg Obst je Dose, Lauretana, das m.M. beste Wasser der Welt, Adidas- eine Marke, die ich gerne empfehle, Vega Nova- die gesunde Schuhe und gesunde Möbel anbieten und wo ich mir bald meine gesündesten Winterschuhe, die ich jemals hatte, holen werde. Und Eden- die Kultbar, wo man wie anno dazumal das Tanzbein zu Chacha, Rumba und Jive schwingen kann (und wo Ihr mich am ehesten am Wochenende mal findet ;-)

Danke an Boxen im Norden für eine tolle Kooperation, ich hoffe, dass wir noch viele Kämpfe gemeinsam machen werden. Ich habe mich ein bisschen in Hamburg verliebt, ist wie Wismar eine wunderschöne Hansestadt und ich würde gerne wieder hier boxen.

Vielen Dank an alle Journalisten, die das Event so toll medial begleitet haben, was wäre der Sport ohne die passende Berichterstattung.

Ich habe es schon einige Male gesagt, aber ich möchte mich vor allem bei meinen Fans bedanken. Bei denen, die extra nach Hamburg gereist sind aber auch bei allen, die mich immer aus der Ferne unterstützen. So etwas merkt man auch aus der Ferne, wenn Leute wollen, dass man gewinnt. Manche verfolgen ja mein Boxerleben schon seit Profidebüt und ich hoffe, dass ich Euch Eure tolle Unterstützung mit vielen tollen Kämpfen „zurückgeben“ kann.

Was ich mir aus dem Kampf mitnehme?

Was ich mir aus dem Kampf mitnehme? Neben der Erfahrung und das wertvolle Training stelle ich fest, wie ich mich in Gelassenheit übe. 

Eine Boxmanagerin (ich glaube die Managerin von Özlem) sagte mal einen lustigen Satz über den Boxsport: „Man muss immer einen Plan A, B und C haben“. Das trifft den Nagel ziemlich auf den Kopf. Die Boxerei sowie mein Zen-Buddhismus schulen mich in Gelassenheit. Es bringt nichts an einem Plan zu kleben und sich aufzuregen, wenn etwas nicht funktioniert, macht nur schlechte Laune und graue Haare.

Statt dessen versuchen Steven und ich fast alles mit einem Lachen zu lösen, wenn etwas nicht nach Plan läuft, was ziemlich oft der Fall ist. Klappt nicht immer, aber immer öfter. Man kann dem ganzen Wahnsinn nur mit Humor begegnen.  Oder-  wie ich es in meinem Ninja Warrior Blog geschrieben habe:  man muss manche Episoden einfach als Sammeln von Parkbank-Geschichten betrachten. Wenn ich mal 80 Jahre alt bin und auf der Parkbank sitze, dann habe ich einige Geschichten zu erzählen. 

man muss manche Episoden einfach als Sammeln von Parkbank-Geschichten betrachten

Der Boxsport ist ein magischer Sport, der viele Leute in den Bann zieht. Und ein Sport, der Unterstützung bekommt von vielen Leuten. Veranstalter, Kämpfer, viele Journalisten aus der Boxszene, Funktionäre- die meisten Leute machen das hauptsächlich für wenig bis gar nichts. 

Veranstalter legen bei Veranstaltungen meist drauf und haben einen Riesen-Stress bei jeder Veranstaltung. 

Kämpfer leben meist nur von Sponsoren und oft sind die Ausgaben höher als die Einnahmen. 

Funktionäre haben zwar Gagen, aber auch einige Ausgaben wie Lizenzen und Besuche bei Conventions (damit sie Einsätze als Kampfrichter bekommen), so dass da auch kaum etwas übrig bleibt. 

Die meisten Boxjournalisten schreiben Artikel um Artikel zu allen nationalen und internationalen Kämpfen, aber die Werbeeinnahmen stehen in keinem Verhältnis zum Aufwand.

Warum machen wir das dann alles? Weil wir den Sport lieben. Wir machen unsere Milchmädchen-Rechnung, dass sicher eines Tages sich alles rechnen wird, aber insgeheim sind wir nicht immer davon überzeugt, ob das alles so einen Sinn macht. Aber den Zweifel lassen wir nicht richtig in unser Herz hinein, weil es darum eigentlich gar nicht geht. Es geht um die Liebe zum Sport und wenn wir nicht tun, was wir lieben, DANN stellt sich eigentlich die Frage nach dem Sinn, oder? Es geht um Liebe (zum Sport), Emotionen (die uns verbinden) und die Parkbank-Geschichten, die unser Leben bunt und spannend machen.

Danke, dass Ihr Teil meiner Parkbank-Geschichten seid!

In 4 Wochen ist es soweit!

Die Zeit verrinnt wie im Flug- in 4 Wochen ist es soweit und ich stehe wieder im Ring! Ich hatte dieses Jahr ziemlich Pech, weil einige Kämpfe geplant waren, die dann nicht stattgefunden haben.   Daher drehe ich auch ein paar Sparringsrunden mehr. Meine Sparringsphase hat schon begonnen und ich freue mich schon sehr! Die Veranstaltung wird sicher klasse. Boxen im Norden, der Veranstalter des Boxevents am 4.12.2016, ist für tolle Boxabende bekannt. 

Wer mich live vor Ort anfeuern will, hier gibt es die Tickets.

Fotografie: Irene Schaur

Nächte Weltmeisterschaft ist fix!

Fotografie: Irene Schaur

Fotografie: Irene Schaur

Am 4.12.2016 werde ich in Hamburg meine drei Titel gegen Diafana Salazar verteidigen. Sie kommt aus der Domenikanischen Republik und hat eine Kampfbilanz von 9 Kämpfen und 9 Siegen, davon 8 durch KO.

Es ist die erste Gegnerin von der ich nichts weiss. Meistens findet man ja doch mal eine Video-Sequenz von jemand, aber bei Salazar bin ich nicht fündig geworden. Vielleicht hat das auch einen Vorteil. Im letzten Kampf habe ich mir ein paar gezielte Aktionen für die Gegnerin ausgedacht, die aber leider nicht funktioniert haben, aber ich habe sie dennoch immer wieder wiederholt. Manchmal ist man etwas zu festgefahren, wenn man denkt, man wüsste mit welchen Mitteln man den Gegner besiegt. Solch eine Erfahrung haben schon einige Boxer gemacht. Ich werde gut vorbereitet in den Ring steigen und dann werde ich nach den ersten Minuten merken, mit welcher Strategie und Taktik ich sie bekämpfen kann.

Mit dabei wird die Wiener Band Youno sein. Ich spiele die Hauptrolle in dem Musik-Video ihres neuen Songs, den sie dort zum ersten Mal live spielen werden. 

Boxen im Norden ist bekannt für tolle Events. Die Matchmakings sind gut und auch das ganze Drumherum ist stilvoll. Ich freue mich sehr, dass ich dort boxen darf. Neben mir wird noch mein Boxkollege Mansur Elsaev (ebenfalls Gym23, Wien), Jürgen Doberstein (Saarland), Sebastian LoZito (Hamburg) sowie Rafael Bejaran (Hamburg) boxen. Die Karten sind ab sofort via www.eventim.de erhältlich.

Interview mit Autotouring

In der aktuellen Ausgabe von Autotouring, das Magazin des ÖAMTC, gebe ich ein Interview. Es geht zum Beispiel um das Denken im Ring, um einen misterösen Knock-out oder wo ich mich in 10 Jahren sehe.

Hier ist das ganze Interview: http://www.autotouring.at/01-08-2015/nicole-wesner-durch-meditation-zum-sieg/9.502.704

Pressestimmen nach meinem Kampf

Hier ein paar Pressestimmen über meinen Kampf am 20.6 sowie Ankündigung meiner 1. Titelverteidigung, die am 4. September in der schönen Ostsee-Stadt Wismar stattfinden wird. In Wismar habe ich letztes Jahr meinen allerersten Gürtel gewonnen und ich freue mich schon sehr auf Wismar, denn die Atmosphäre war grandios und die Leute sehr herzlich.

Meine Gegnerin wird Irma Baliajic Adler sein, die bereits Profi-Boxerin seit 2007 ist und einen Kampfrekord von 20 Kämpfe, 15 Siege und 5 Niederlagen vorzuweisen hat.

"Heute" (22/06/2015)

"Heute" (22/06/2015)

"Krone" (22/06/2015)

"Krone" (22/06/2015)

"Ostsee-Zeitung (22/06/2015)

"Ostsee-Zeitung (22/06/2015)

Ein paar Artikel online:

  • "Vienna.at": http://www.vienna.at/nicole-wesner-startete-mit-k-o-sieg-in-die-wm-vorbereitung/4368811
  • "Österreich": http://sport.oe24.at/sportmix/Knock-out-Wesner-siegt-im-10-Kampf/193360822
  • "Boxenplus": http://boxenplus.de/nicole-wesner-mit-knock-out-sieg-in-wien-jetzt-startet-die-vorbereitung-fur-die-wm
  • "Groundandpound": GroundandPound: http://www.groundandpound.de/mma/mma-chat/news/austrian-fc-banovic-rakic-und-schober-glaenzen/
  • Boxen1: http://www.boxen1.com/knock-out-sieg-fuer-nicole-wesner-6003
  • http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Wismar/Sport-Wismar/Boxen-Nicole-Wesner-verteidigt-in-Wismar-ihre-zwei-WM-Titel
  • "Lübecker Nachrichten": http://www.ln-online.de/Lokales/Nordwestmecklenburg/Boxen-Nicole-Wesner-verteidigt-in-Wismar-ihre-zwei-WM-Titel

Sieg durch Knock-out: meine Perspektive

Gestern habe ich meinen 10. Profiboxkampf gegen die Italienerin Monica Gentili durch Knock-out gewonnen. Es war ja ursprünglich die Kenianerin Florence Muthoni geplant, die jedoch nicht rechtzeitig ihr Einreise-Visum bekommen hat. Monica Gentili, die selbst am 20.6 einen Kampf geplant hatte, der auch ausgefallen ist, ist eingesprungen. Ich muss zugeben, dass ich Monica stärker eingeschätzt habe, als sie war.

Die erste Runde lief von beiden Seiten sehr beobachtend. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass sie als die deutlich Kleinere versucht, sich in die Distanz zu kämpfen, statt dessen hat sie auf Gegenangriff gesetzt. Ihr Coach mahnte sie stets zu warten und Geduld zu haben. So kam es, dass  wir uns beide die erste Runde mehr beobachtet haben. Durch ein paar klare Aktionen sicherte ich mir die erste Runde.

In der zweiten Runde war schon etwas mehr Action, dennoch konnte ich den Kampf gut kontrollieren. Ein Kopfhaken mit der Führhand brachte die Italienerin zum ersten Mal zu Boden. Sie wurde angezählt, der Kampf wurde nochmal freigegeben und ich setzte mit der Schlaghand nach. Sie ist recht wackelig wieder aufgestanden, so dass der Kampf per KO-Sieg beendet wurde.

 Fotografie: Roman Bagner

 Fotografie: Roman Bagner

Der Sieg war recht einfach- mir war er zu einfach. Ich wollte Florence Muthoni, weil ich harte Runden Wettkampf-Erfahrung sammeln konnte- genau dafür schien die sehr erfahrene und robuste Muthoni ideal. Nachdem Muthoni ausgefallen war und Monica Gentili sich bereit erklärt hatte, war ich recht glücklich, weil sie mir als Ersatz ganz gut gefallen hat. Sie schien mir recht robust auf den Videos, ging ja auch noch nie KO. Nun habe ich via Knock-out gewonnen und betrachte es mit gemischten Gefühlen. Jemand auszuknocken ist ein sehr deutlicher Sieg- deutlicher geht es nicht mehr und darüber freu ich mich natürlich.

Jemand auszuknocken ist ein sehr deutlicher Sieg- deutlicher geht es nicht mehr und darüber freu ich mich natürlich.

Ein Knock-out begeistert das Publikum, auch das ist eine tolle Sache. Dadurch, dass ich jedoch erst seit 2 Jahren Profi-Boxerin bin und insgesamt auch erst seit 5 Jahren boxe, ist es mir aber auch wichtig gute Ring-Erfahrung zu sammeln. So bestätigt sich wieder etwas, was sich immer wieder im Leben zeigt: die Medaille hat immer zwei Seiten. Selbst ein überzeugender Sieg durch Knock-out.

 

Über folgende Dinge freue ich mich besonders

Mein Trainer hat immer gesagt, dass ich das Potenzial habe, eine Knock-outerin zu werden. Darüber war ich immer recht skeptisch und nicht sicher, ob er mich nicht etwas überschätzt. Wir beide führen sowieso immer Diskussionen, weil ich sage er überschätzt mich und er sagt, ich unterschätze mich. Naja, ein KO in der zweiten Runde hat er voraus gesagt und in diesem Fall hat er wieder recht gehabt, Nun denke ich mir -vielleicht stimmt es ja doch ein bisschen, was er sagt. Auf jeden Fall häufen sich mit zunehmender Verbesserung der Technik die Knock-outs, schaun wir mal wohin die Reise geht. Lernen möchte ich auf jeden Fall noch viel und es gibt auch noch viel zu tun.

Fotografie: Götz Schrage

Fotografie: Götz Schrage

Manchmal übt man im Training ein paar Sachen, aber man setzt sie im Kampf nicht ein. Nicht, weil es kompliziert ist- an den Tatzen oder Sandsack hat man es schon oft gemacht- aber im Kampf setzt man es einfach nicht ein. Als ob man es vergisst. Tja, und auf einmal sieht man, wie man es doch im Kampf einsetzt. In diesem Kampf ist genau dies eingetreten. Darüber freue ich mich sehr.

Ich freue mich auch, dass ich mit einem kühlen Kopf boxe und das umsetze, was der Trainer mir sagt. Wir erarbeiten uns gemeinsam einen Schlachtplan, ich setze ihn um und in den Rundenpausen erfolgt das Finetuning. Ihr wisst ja alle, dass ich noch gar nicht so lange boxe. Daher kann ich mich noch gut an die Zeit erinnern, in der ich benebelt vor Aufregung und Laktat eher situativ und weniger konzeptionell geboxt habe und freu mich, dass mein Game-Planning immer ausgereifter wird.

 

Die Aufregung wird wahrscheinlich immer ein Stückchen bleiben

Aufgeregt bin ich aber immer noch ganz schön. Ich würde gerne mal wissen, ob es irgendwann mal aufhört, dass ich vor einem Kampf zig Mal auf Toilette muss. Mein Kopf war klar, ich hatte kein Herzklopfen- alles super. Aber alle 5 Minuten musste ich austreten. Hab mich kaum getraut, die Handschuhe anzuziehen, da ich die Befürchtung hatte, dass ich noch mal muss. „Nein- Du musst nicht mehr. Du warst schon so oft, da kann eh nix mehr kommen!“ Pustekuchen. Irgendwann kam dieser Gedanke wieder an die Toilette. Ich hab den Gedanken unterdrückt  „Das ist doch alles nur eine Illusion des Kopfes, Du musst nicht.“ So habe ich den Gedanken beiseite geschoben. Kurze Zeit später kam der Gedanke wieder hoch. So kämpfte ich mit mir. Bis ich mich irgendwann entschloss, doch noch mal zu gehen. Nun hatte ich aber schon alles an, meine Handschuhe waren geschnürt und zugetaped. Liebe Sandy, danke, dass Du mir in dieser Lage geholfen hast ;-)

Ein Klassiker war mal wieder, dass ich wieder in die falsche Ecke gelaufen bin, als die Gegnerin angezählt wurde. Musste wieder ganz schön über mich schmunzeln, als ich das Video heute gesehen habe.

Aber ein bisschen Aufregung ist ja auch ganz gut, das Adrenalin ist Part of the Game und macht uns ja auch zu den Fightern, die an ihre Grenzen gehen.

Aber ein bisschen Aufregung ist ja auch ganz gut, das Adrenalin ist Part of the Game und macht uns ja auch zu den Fightern, die an ihre Grenzen gehen.

Nun heisst es mal kurz durchschnaufen, denn die Verteidigung meiner Titel steht vor der Tür!

Nach dem Kampf ist vor dem Kampf.

Gegnerwechsel oder: aus dem Innenleben eines Boxers kurz vorm Kampf

Der Zeitraum, in dem der Boxer sich voll und ganz auf den Kampf konzentrieren müsste- wenn der Tag nur noch aus Trainieren, Schlafen, Essen und Regeneration bestehen müsste- ist in meinem Leben immer der stressigste Zeitpunkt. Zig Mails, Telefonate und Meetings mit Gegnern, Verbänden, Presse, Sponsoren zur Finanzierung des Kampfes- je näher es zum Kampf rückt, desto stressiger wird es leider. Es wäre eigentlich anzunehmen, dass der WM-Kampf im Dezember mein aufregendster Kampf gewesen ist, aber der Kampf war kein Vergleich zur Planung meines bevorstehenden Kampfes.

Anfang Mai habe ich die Kenianer zum ersten Mal kontaktiert und Mitte Mai ist der Kampf mit Florence Muthoni fixiert worden. Noch nie sind so viele eMails zu einem Kampf geschickt worden (116 nur mit Kenia!), noch nie hat mich ein Kampf so viel Nerven gekostet. Ich könnte jetzt viel schreiben, aber was soll ich sagen- es ändert nichts. Zen Life is Moment Life- diese Situation ist gerade mein Meister. Ich habe mich so sehr geärgert, aber das Wichtigste ist nun den Ärger fallen zu lassen, denn schließlich boxe ich am Samstag. „Bring Deinen Müll raus“ heisst es in „The peaceful warrior“, um ein guter Kämpfer zu werden.

Anfang dieser Woche habe ich aus Sorge, dass der Kampf in Gefahr ist, nach Ersatzgegnern Ausschau gehalten. Mittwoch abend war mir klar, dass die Kenianer immer noch kein Visum haben und somit nicht am Donnerstag im Flugzeug sitzen können. Mittwoch habe ich glücklicherweise eine Zusage von meiner Ersatzgegnerin bekommen: Monica Gentili (7 Kämpfe; 4 Siege- 3 Niederlagen). Sie hatte bis vor kurzem in Boxrec am 20.6  noch einen Kampf stehen, der Kampf ist anscheinend ge-cancelled worden. In YouTube findet Ihr ein paar Videos, ich denke das wird ein guter Kampf.

   Fotografie: links karlgrabherr.at; rechts: Missy G Bulferi Fotografia

   Fotografie: links karlgrabherr.at; rechts: Missy G Bulferi Fotografia

 

Hier noch ein paar Eckdaten:

  • 20.6.2015 Nicole Wesner vs. Monica Gentili; 6x2 in Wien (Admiral Dome)
  • Einlass ab 19 Uhr; Tickets z.B. Öticket und Abendkasse
  • Als weiterer Boxkampf wird mein Boxkollege Mansur Elsaev (Gym23; gleiches Trainer-Team wie ich) sein Profi-Debüt geben und auf Lazlo Ivanji treffen. Neben diesen zwei Boxkämpfen werden K1 und MMA- Kämpfe zu sehen sein

Meine nächste Gegnerin im Ring

Wie bereits angekündigt, werde ich am 20. Juni 2015 in Wien wieder in den Ring steigen. Meine Gegnerin ist die Kenianerin Florence Muthoni.

Links: Nicole Wesner (Foto: karlgrabherr.at); Rechts: Florence Muthoni (Quelle: http://mkenyaujerumani.de)

Links: Nicole Wesner (Foto: karlgrabherr.at); Rechts: Florence Muthoni (Quelle: http://mkenyaujerumani.de)

Florence verfügt über eine gute Amateurausbildung, ist vor 9 Jahren (2006) Profi-Boxerin geworden und hat mittlerweile einen Kampfrekord von 18 Kämpfen: 11 Siege (davon 5 durch KO), 5 Niederlagen (1 durch KO) sowie 2 unentschieden. Sie boxt eigentlich im Weltergewicht, daher werden wir uns für diesen Kampf im Catchweight von 63 kg treffen. Im Netz findet Ihr einiges Videos aus ihrer Amateur- und Profiboxlaufbahn.

Ihr letzter Kampf war vor drei Monaten gegen Delfine Persoon, eine Boxerin, die ich selbst bewundere und die gewichtsklassenübergreifend zu den besten Boxerinnen der Welt gehört. Florence ist knapp 8 Runden mit Ihr gegangen (ihre einzige vorzeitige Niederlage) und eine Boxerin, die knapp 8 Runden mit Delfine gehen kann, hat bereits jetzt schon meinen Respekt.

Von ihren 18 Kämpfen hat Florence erst einmal vorzeitig einen Kampf verloren, so dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der Kampf zwischen Florence und mir über die vollen 6 Runden geht. Der Kampf wird sicher ein harter Kampf, aber das möchte ich auch. Zum einen möchte ich, dass die Zuschauer etwas geboten bekommen und zum anderen möchte ich wichtige Erfahrungen für die Zukunft sammeln, die deutlich wichtiger sind als eine hohe Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Sieges. Ich freu mich drauf!

Screenshot  der Boxrec-Seite non Nicole Wesner

Screenshot  der Boxrec-Seite non Nicole Wesner

Tickets bekommt Ihr unter www.oeticket.com oder im Gym23. Bis bald :-)

Becoming each day a better fighter than the day before.

 

Sportmagazin „Ladies“: 5-Seiten zum Thema Frauenboxen

Österreichs größtes Sportmagazin hat in seiner Special Edition „Ladies“ einen 5-Seitigen Bericht zum Thema Frauenboxen veröffentlicht. Es wird ein bisschen etwas über das Boxen insbesondere das Frauenboxen erzählt, ich gebe einen Überblick über die Grundtechniken (und führe diese bildlich vor) und ein paar typische Kraftübungen.

Sportmagazin Ladies 1/2015, Seite 46-49

Sportmagazin Ladies 1/2015, Seite 46-49

In der Sportwissenschaft spricht man von 5 sportmotorischen Grundeigenschaften: Koordination, Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Schnelligkeit. Viele Sportarten vereinen nur ein oder 2 sportmotorische Grundeigenschaften. Z.B. Laufen ist lediglich Ausdauer oder Geräteturnen Kraft und Beweglichkeit.

Als Boxer muss man alle 5 sportmotorischen Grundeigenschaften trainieren und das macht den Trainingsprozess zum einen so abwechslungsreich und zum anderen wird der Körper rundum trainiert.

Als Boxer muss man alle 5 sportmotorischen Grundeigenschaften trainieren und das macht den Trainingsprozess zum einen so abwechslungsreich und zum anderen wird der Körper rundum trainiert.

Boxen ist ein Sport, der einem wirklich in den Bann ziehen kann.  In meinem Fall hat der Sport mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Warum soll es einer Frau anders gehen als einem Mann;-)?

Fürs Frauenboxen gibt es aber noch andere gute Gründe:

Das fängt mit dem Thema Selbstverteidigung an. Frauen, die boxen können, können sich in einer Notfallsituation verteidigen. Boxen ist jedoch nicht nur für den Verteidigungsfall, sondern geht auch in den Bereich Prävention: eine Kämpferin strahlt ein gewisses Selbstbewusstsein aus, daher ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie angegriffen wird, als andere Frauen.

Das Wachstum an Selbstbewusstsein ist ein Phänomen, das nicht nur ich beobachtet habe, sondern ein bekanntes Phänomen des Kampfsports. Selbst Personen, die schüchtern und ängstlich sind, werden nach einer gewissen Zeit immer selbstbewusster. Ich selbst erkläre es mir so, dass es um Veränderungs-Prozesse geht, die Ur-Instinkte betreffen. Selbst im 21. Jahrhundert, in dem die Gefahr angegriffen zu werden nicht omnipräsent ist, schafft es im ganz tiefem Inneren ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass man sich verteidigen kann und dies strahlt man aus.

Dieses Selbstbewusstsein strahlt in das gesamte Leben und ein gesundes Selbstbewusstsein ist etwas, dass vielen Frauen leider fehlt. Männern wird häufig bereits in frühen Kinderjahren eine gewisse Attitude und Auftreten als „Löwe“ beigebracht, während von Frauen viele Jahrzehnte- ja sogar Jahrhunderte ein bescheidenes, ruhiges, sanftes und weiches Auftreten erwartet wird. Der Mann ist der Beschützer, die Frau diejenige, die es zu beschützen gilt. Gegen ein bescheidenes, ruhiges, sanftes und weiches Auftreten, ob bei Männern oder Frauen, ist ja nichts einzuwenden- ganz im Gegenteil. Es geht auch gar nicht um ein aufpoliertes Ego, dass man mit stolz geschwellter Brust durch die Welt läuft und sich Respekt verschafft. Nein, es geht um ein Selbstbewusstsein, dass aus dem Inneren kommt.

Daher ist meine Antwort auf die Frage „Boxen- ein Sport für Frauen?“ oft „Ja- gerade für Frauen!“

Daher ist meine Antwort auf die Frage „Boxen- ein Sport für Frauen?“ oft „Ja- gerade für Frauen!“

Loving my life. Living my passion.

Auf dem Laufsteg für einen guten Zweck und Jean Paul Gaultier

Am 16. Mai werde ich auf Europas größtem Charity-Event und einer der größten HIV-Charity-Events weltweit, dem Life Ball, einen aktiven Part einnehmen. Es ist nicht nur einer der größten Charity-Events weltweit, er ist sicher einer der ungewöhnlichsten Benefiz-Veranstaltungen.

Wer den Life Ball nicht kennt und einen Ball im Sinne der traditionellen Wiener Ballsaison vermutet, liegt komplett daneben. Der Life Ball ist sicher die schillerndste und unkonventionellste Interpretation eines Balls: eine Mischung aus Gedenkzeremonie, bewegende Reden zum Thema HIV, Fundraising, Kostümball unter einem jährlich wechselnden Motto (2015: „Gold – Ver Sacrum“) und dem großen Finale, der Life Ball Fashionshow.

Eine Mischung aus Gedenkzeremonie, bewegende Reden zum Thema HIV, Fundraising, Kostümball unter einem jährlich wechselnden Motto (2015: „Gold – Ver Sacrum“) und dem großen Finale, der Life Ball Fashionshow

Die große Modenshow mit dem langem Laufsteg vor dem Wiener Rathaus präsentiert große Designer wie Vivienne Westwood, Roberto Cavalli, Donatella Versace, Vivienne Westwood, Givenchy, Agent Provocateur, Diesel, Dsquared2 und Missoni uvm. Auf dem Catwalk laufen sowohl international bekannte Models als diverse national und internationale Gäste. So sind z.B. bereits Naomi Campbell, Karolina Kurkova oder Eva Padberg auf dem Laufsteg gewesen. 2015 habe ich die Ehre dabei zu sein und werde Jean Paul Gaultier auf dem Laufsteg präsentieren.

 

Quelle: Profilbild der Facebook-Seite des Lifeballs

Quelle: Profilbild der Facebook-Seite des Lifeballs

Als Gery Keszler 1993 den Life Ball zum ersten Mal veranstaltete, war es seine  Vision die Tabuisierung und Stigmatisierung von HIV/AIDS zu brechen sowie Gelder zu sammeln, um die medizinische Situation zu verbessern.

Ich kann mich noch an meinen ersten Kontakt mit HIV erinnern. Es war irgendwann in den 80er Jahren, ich war noch ein Kind in einem Alter zwischen ca. 8 und 10 Jahren.  Irgendjemand hat mir erzählt, dass eine Nachbarin HIV-positiv war. Sie hieß Angelika. Welche Fakten ich damals als Kind konkret über HIV erfahren habe, weiß ich nicht mehr genau. Aber ich kann mich noch gut an die Situation erinnern, als ich Angelika zum ersten Mal getroffen habe, nachdem ich von ihrer Infizierung erfahren habe. Sie kam gerade ins Haus, als ich im Begriff war, das Haus zu verlassen. Wir standen uns gegenüber und grüßten uns. Eigentlich eine alltägliche Situation unter Nachbarn. Nur dieses Mal war es anders. Ein Gefühl der Beklemmung, Angst und Unsicherheit stieg in mir auf. Ich traute mich nicht mehr Angelika die Hand zu geben und hielt die Luft an, aus Angst mich anzustecken mit dieser mysteriösen Krankheit. Gleichzeitig versuchte ich sie verkrampft anzulächeln, denn ich wollte ihr nicht wehtun, sie sollte meine Angst nicht bemerken.

Aber sicher hat sie es gespürt. Weil sie eine ähnliche Situation sicher sehr oft erlebt hat. HIV hatte in den 80er und Anfang 90er etwas Befremdliches und Bedrohliches. Wenn ich heute viele Jahre später als Erwachsene daran denke, dann tut mir mein Verhalten als kleines Kind so leid. Es ist schon schlimm genug zu erfahren, dass man eine unheilbare Krankheit hat. Aber tagtäglich zu erleben, wie das Umfeld Angst hat, wie einem aus dem Weg gegangen wird oder schlecht geredet wird, muss sehr, sehr schlimm sein. In einer Lebenssituation, in der man am allermeisten Menschen um sich braucht, die einem die Hand reichen oder tröstend in den Arm nehmen- in solch einem Moment haben die meisten damals und teilweise noch heute den Rücken zugekehrt bekommen.

 
In einer Lebenssituation, in der man am allermeisten Menschen um sich braucht, die einem die Hand reichen oder tröstend in den Arm nehmen- in solch einem Moment haben die meisten damals und teilweise noch heute den Rücken zugekehrt bekommen.
 

Heute, im Jahre 2015 hat sich die Situation glücklicherweise drastisch geändert.  Der aufgeklärte Bürger weiß, dass diese Krankheit jeden treffen kann und wie der Virus übertragen bzw. nicht übertragen werden kann. Ich bewundere Gery Keszler, der sich früh in diesem Thema engagiert hat, der eine Vision kreiert hat und diese Vision zu einem großen Teil auch realisiert hat. Während HIV Anfang der 90er noch mit sozialer Ächtung zu kämpfen hatte, so ist der Life Ball heute eines der angesagtesten Charity-Events weltweit, dessen Tickets nach circa eine Minute ausverkauft sind- also von einem Extrem ins andere.

Lange Zeit galt HIV als Tabu-Thema, heute sind über 500 Medienvertreter (TV, Presse, Radio) aus aller Welt dabei, um zu berichten. Bill Clinton, Elton John, Sharon Stone, Heidi Klum, Whoopie Goldberg, Eva Longoria, Sean Penn, Catherine Deneuve, Brooke Shields, Antonio Banderas, Naomi Campbell, Hillary Swank und viele mehr haben den Life Ball schon supported. Die vielen prominenten Gäste, die jedes erscheinen, sind aber nicht die Protagonisten. Sie kommen zum Life Ball, um die Aufmerksamkeit auf den eigentlichen Protagonsiten zu lenken: HIV mit seinen medizinischen, finanziellen und sozialen Folgen.

Hier ein paar wichtige Facts zum Thema HIV (Human imuno deficiency virus)*

  • Weltweit sind ca. 35 Mio. am HIV-Virus erkrankt (Stand 2013)
  • 39 Mio sind bereits an den Folgen dieses Virus gestorben (Stand 2013); Im Jahre 2013 sind ca. 1.5 Mio an den Folgen des HIV-Virus gestorben
  • AIDS (acquired imune deficiency syndrome) darf nicht verwechselt werden mit HIV, denn AIDS bezieht sich auf ein spätes Stadium der Krankheit
  • Es gibt mittlerweile gute Therapien wie z.B. die Antiretrovirale Therapie (ART), welche die Reproduktion von HIV-Zellen stoppt, so dass die körpereigenen Immunzellen  länger leben. Diese Therapie reduziert die Übertragung des HIV-Virus bei Geschlechtsverkehr um 96% und ist eine wichtige Therapie zur Reduktion der Übertragung des Virus von Mutter zu Kind

o   In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen haben 12 Mio. Zugang zu dieser Therapie gehabt

o   7 von 10 schwangeren Müttern werden mit ART behandelt, um die Wahrscheinlichkeit der Übertragung drastisch zu reduzieren.

*Quelle: http://www.who.int/features/factfiles/hiv/facts/en/index5.html

 

Die Organisation AIDS LIFE

Die Situation von HIV-Betroffenen hat sich deutlich verbessert. Man sieht jedoch, dass weltweit noch nicht alle Betroffenen Zugang zu einer modernen Therapie haben. Besonders Südafrika kämpft noch in großem Maße gegen das Virus. Es fehlt nach wie vor Geld für Prävention, Diagnostik und Behandlung zur Verbesserung der weltweiten Situation.

Weltweit haben noch nicht alle Betroffenen Zugang zu einer modernen Therapie

Die Organisation AIDS Life - die Organisation, die hinter dem Life Ball steht- gehört weltweit zu den größten privaten Geldgebern von nationalen und internationalen Non Profit Organisationen, die sich mit dem Thema HIV beschäftigen (mehr Infos über AIDS Life unter http://www.lifeball.org/aids-life/).

Wer spenden möchte- jeder Euro zählt:  
Verein AIDS LIFE: Erste Bank; Kontonummer 300 000-13131; BLZ 20111; IBAN: AT692011130000013131; BIC: GIBAATWWXXX oder via SMS-Spendenhotline: +43 (0)676 - 800 7676

 

TV-Übertragung

Der Life Ball wird live vom ORF übertragen am 16. Mai ab 20.15 Uhr

 

Life Ball- fighting Aids and celebrating live since 1993.