Noch 4 Tage!

In 4 Tagen ist es soweit und ich treffe auf Pasa Malagic (Bosnien). Grund genug nochmal die Kontrahenten zu vergleichen:

Profiboxen: Nicole 15 Kämpfe, 15 Siege (davon 7 durch Knock-out); Pasa: 17 Kämpfe, 12 Siege (davon 3 durch Knock-out).

Photografie: links Kay Uwe Fischer; rechts: Team Pasa Malagic

Photografie: links Kay Uwe Fischer; rechts: Team Pasa Malagic

Wenn man Kampfrekorde vergleicht, ist es auch immer interessant, sich die Vergangenheit bei den Amateuren anzuschauen.

Amateur: Nicole 1 x Sieg Staatsmeisterschaften; Pasa 6 x Sieg nationale Meisterschaften; 5. Platz Junior World Championship, ausserdem hat sie laut ihrem team viele internationale Tuniere gewonnen und wurde mehrfach ausgezeichnet als beste Boxerin der Tuniers.


Wie Ihr alle wisst, habe ich erst mit 32 Jahren mit dem Boxen begonnen, meine Amateurlaufbahn war daher sehr kurz.

2011 wurde ich österreichische Staatsmeisterin- übrigens die erste Frau in Österreich, die diesen Titel verliehen bekommen hat, ich durfte also etwas Boxgeschichte schreiben. Pasa boxt wirklich schon viele Jahre, hat deutlich mehr Erfahrung als ich. Wir beide haben ein großes Kampferherz, das wird sicher ne coole Schlacht!! 🔥

Für Entertainment sorgt ebenfalls mein Dancing Stars Tanzpartner Dimitar Stefanin. Er hat damals versprochen, dass er mein Ringboy (Nummernboy) wird, wenn wir es ins Finale schaffen. Wir haben es ins Finale geschafft und er hält sein Wort! Auf diese Ringchoreografie bin ich schon sehr gespannt, er hat ja sehr viele unterschiedliche Bewegungen drauf von klassisch über heisse Latin Moves bis hin zu Hip Hop. Ausserdem ist es immer sehr lustig mit ihm! Wir haben uns ja schon mal den Ring angeschaut, damit er sich eine Vorstellung macht und er hat wie immer ziemlich rumgeblödelt, so dass ich mich weggeschmissen habe vor Lachen. Ich hoffe, dies passiert mir nicht beim Kampf, denn ich brauche meine Puste;-) Das ist a bisserl meine Befürchtung: ich komme nach Luft ringend in die Ecke (sagen wir mal Runde 8, wenn die Luft immer knapper wird). Dimitar macht in der Pause irgendwas Lustiges, ich schaue versehentlich hin und weg ist die letzte Puste!

Ich hoffe, er konzentriert sich darauf, meine Gegnerin abzulenken, da hätte ich nix dagegen;-)

Es ist übrigens überhaupt sein allererster Boxkampf, den er sieht. Und das gleich mittendrin, statt nur dabei! Es wird auf jeden Fall ein cooler Abend. Ich freue mich auch, dass uns viele Dancing Stars anfeuern wie Peter Hackmair und Julia Burghardt, mit denen Dimitar und ich übrigens gemeinsam den Double Dance zu “Mambo Italiano” in der 5. Show getanzt haben; die ehemalige Skirenn-Weltmeisterin Lizz Görg,, Schauspieler Martin Leutgeb; der ehemalige Thaiboxweltmeister Fadi Merza, Sängerin Virginia Ernst sowie Sänger und Musical-Darsteller Drew Sarich, der übrigens selbst boxt! Er har sich für seine Rolle im Musical Rocky in einem Boxclub vorbereitet, liebt seither das Boxen und boxt nach wie vor.

Am 6.7.2019 stehe ich wieder im Ring

Nach Dancing Stars bin ich direkt in die Vorbereitung für meine Weltmeisterschaft gestartet. Eigentlich wäre ein Urlaub nach diesem intensiven Projekt schön gewesen, andererseits stand meine Titelverteidigung an und so konnte ich meine Fitness durch mein 3-monatiges “Tanztrainingslager” mit in die WM-Vorbereitung nehmen. Ausserdem kann ich dann im Anschluss an die WM meinen Urlaub in Wien machen, denn Wien im Sommer ist einfach der Knaller.

Apropos Fitness aufgrund meiner Zeit als Dancing Girl:

Üblicherweise dauert eine WM-Vorbereitung 3 Monate, davon sind die ersten 4-6 Wochen Konditionstraining, bevor es dann zu boxspezifischen Trainingseinheiten wie Partnerübungen oder Sparrings übergeht. Meine letzten 4 Wochen bei Dancing Stars waren im Prinzip meine ersten 4 Wochen meiner WM-Vorbereitung (Konditionstraining). Wir haben ja in den letzten 4 Wochen immer 2 Tänze pro Show lernen müssen, so dass wir ordentlich trainiert haben und ich fit in die WM-Vorbereitung gestiegen bin.

Meine Gegnerin wird die Bosnierin Pasa Malagic sein, die einen Kampfrekord von 17 Kämpfen (12 Siege, 5 Niederlagen) hat. Ich habe bisher 15 Profikämpfe bestritten, die ich alle gewonnen habe (7 durch Knock-out). Die Kampferfahrung ist im Bereich Profi-Boxen ist also recht ähnlich, wieviele Kämpfe sie als Amateurboxerin bestritten hat, weiss ich nicht- ich weiss nur, dass sie auch Amateurboxerin war. Vor zwei oder drei Jahren hatten wir schon vor gegeneinander zu boxen. Sie hatte jedoch dann eine kurze Boxpause, so dass daraus nichts wurde. Nun haben wir den Kampf vereinbart und sehen uns am 6.7.2019 im Ring.

Es wird meine sechste Weltmeisterschaft der Verbände WIBF, GBU und WBF im Leichtgewicht sein. Viele denken daher, dass ich 5-fache Weltmeisterin bin, da in allen anderen Sportarten ausser Boxen die Anzahl der gewonnenen Weltmeisterschaften zählen. Im Boxsport hingegen wird immer die Anzahl der Verbände gezählt, daher bin ich also seit mehreren Jahren dreifache Boxweltmeisterin.

Ich freue mich, dass die Weltmeisterschaft vom Österreichischen Rundfunk (ORF) medial begleitet wird.

Der Kampf wird in der Anton-Baumgartnerstrasse 40 sein. Neben meinem Kampf werden noch weitere Box- sowie Kickboxkämpfe zu sehen sein.

Wer Tickets möchte, bitte bei mir melden!

Photografie: Johannes Stamcar

Photografie: Johannes Stamcar

Meine Zeit bei Dancing Stars

Photografie: ORF

Photografie: ORF

Das große Finale von Dancing Stars liegt nun hinter mir. Wirklich hinter mir liegt es noch nicht, es ist immer noch so sehr präsent. Nach wie vor habe ich all die Bilder und Gefühle in mir, die in den letzten Momenten eines unglaublichen Projektes entstanden sind.

Drei Monate bin ich in eine komplett andere Welt getaucht. Ich fühlte zurückkatapultiert in meine Teenagerzeit von meinem 13.-15. Lebensjahr, als ich fast jeden Tag in der Tanzschule verbracht habe. Manchmal höre ich Personen erzählen, sie seien in ihrer Kindheit von den Eltern zur Tanzschule verdonnert worden und kann es gar nicht verstehen. Meine Tanzschulzeit in meiner Kindheit war einer meiner schönsten Lebensabschnitte in meinem Leben.

So auch mit Dancing Stars. Die Möglichkeit zu haben, den ganzen Tag zu tanzen war einfach ein Traum, der niemals aufhören sollte. Im Sport wird oft das Wort Disziplin verwendet, aber ich benutze dieses Wort nicht gerne, da es „etwas tun müssen“ assoziert. Wenn ich aber brenne für etwas, dann geht es um „etwas tun wollen“. Ich bin in diese Welt eingetaucht und wollte alles aufsaugen, habe mir Video von tollen Profitänzern gesehen, Infos gesammelt oder zur Motivation Tanzfilme geschaut. Glaub Boxen und Tanzen sind die meistverfilmten Sportarten und das liegt meiner Meinung nach daran, dass dies einfach magische Sportarten sind. Es gab keinen einzigen Tag, an dem ich mich nicht auf das Tanztraining gefreut habe!

Tanzen hat mich glücklich gemacht

Bereits vor Dancing Stars habe ich sehr oft gesagt: Tanzen macht gute Laune. Man kann von der Tanzfläche nur mit einem Lächeln kommen! Karina Sarkissova meinte, ich hätte mich während meiner Dancing Stars Zeit positiv verändert und das ist sehr gut möglich. Alles, was wir machen, hat eine bestimmte Energie und Wirkung auf den Körper und Geist. Boxen als Wettkampfsport ist ein sehr harter Sport. Ich trainiere sehr viel für meinen Sport, weil ich meinen Sport so liebe. Dennoch war es mir immer wichtig, einen Ausgleich für den Körper und Geist zu haben und habe dies immer in Yoga und Zen gesucht. Yoga und Zen haben mir immer geholfen loszulassen und im Moment zu sein. Aber im Tanzen habe ich dies nochmal auf einer anderen Ebene gelernt. Ein Freund von meiner Zen-Sangha hat mir eine Whatsapp-Sprachnachricht geschickt. Er hat gesagt, er hat mich gerade in Dancing Stars gesehen und hat gesehen, dass es mir gut tut und dass das Tanzen so einen tollen Effekt auf mich hat. „Ich habe Dich noch nie so weich und so sanft gesehen. Es war wunderschön und ich möchte Dir dazu gratulieren. Ich denke, dass diese Zeit beim Tanzen in Dir sehr viel bewegt hat es war toll Dich so zu sehen.“

Tanzen hat mich mental gestärkt

Photografie: ORF

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Tanzen als Tuniersport oder Showtanz bedeutet, das man zunächst die Schritte und Choreografie lernt und dann am Ausdruck (Gesicht) arbeitet. Wenn man allerdings immer nur wenige Tage Zeit hat, um einen oder gar mehrere Tänze zu lernen, dann muss man schauen, dass man dies schon vorher hinbekommt. Oft hatte ich das Gefühl, ich brauche erst die Sicherheit, dass ich es kann, bevor ich mit Selbstvertrauen im Körper und Gesicht tanze. Dimitar sagte mir allerdings, dass ich immer viel besser tanze, wenn ich das Selbstvertrauen und Optimismus habe, bevor ich den ersten Schritt tanze.

Im Boxen habe ich diese Lektion schon lange gelernt. Man kann in den Ring steigen, glauben man gewinnt und dann verliert man überraschenderweise. Man kann aber nie in den Ring steigen, glauben man verliert und man gewinnt überraschenderweise.

Erst kommt das Selbstvertrauen und der Optimismus, dann resultiert daraus, dass man seine Sache gut macht und nicht umgekehrt. Ich bin Dancing Stars dankbar, dass ich dies nochmal von einer anderen Seite gelernt habe, denn dies ist eine sehr wichtige Lektion im Leben.

Was war mein Lieblingstanz?

Bevor Dancing Stars begonnen hat, habe ich mich sehr auf die Latein-Tänze gefreut, da ich diese auch immer gern in der Tanzschule getanzt habe. Jive war immer mein Lieblingstanz und ein Tanz, den ich auch gerne getanzt habe, wenn ich auf einer Party oder Eden Bar ein Jive-Lied gehört habe. Sobald ein Jive-Lied kam, haben alle Körperzellen in mir geschrien, dass ich auf die Tanzfläche muss! Sehr liebgewonnen habe ich auch Rumba, ein Tanz mit einer komplett anderen Energie. Obgleich ich die Latein-Tänze so liebe, so habe ich festgestellt, dass sie komplexer sind als ursprünglich angenommen, da unterschiedliche Arme / Hände und Gesichtsausdrücke Teil des Tanzes sind. Die guten Punkte haben die meisten Teilnehmer daher meist bei den Standard- und nicht Lateintänzen bekommen

Photografie: ORF

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Den Wert von Standard-Tänzen habe ich total unterschätzt! Quickstep hat auch so eine fröhliche Energie, Tango ist so ein toller dramatischer Tanz und Wiener Walzer ist so elegant! Slowfox habe ich sehr gemocht, weil die Hebungen und Senkungen in diesem Tanz so eine ganz tolle Bewegungserfahrung waren. Slowfox war auch einer der Tänze mit dem besten Feedback von Euch und auch der Jury. Gerne hätte ich auch den Langsamen Walzer getanzt, der ebenfalls diese Hebungen und Senkungen wie der Slowfox hat. Es war der einzige Tanz der 10 Tuniertänze, den wir nicht getanzt haben. Nach der 7. Show war Samba und langsamer Walzer offen und wir haben Samba bekommen. Samba ist ein toller Tanz, für den ich gerne mehr Zeit gehabt hätte, da wir in der letzten Woche ja 3 Tänze lernen mussten. Aber es gibt ja auch noch eine Zeit nach Dancing Stars :-)

Der Street Dance und Contempory Dance hat der Staffel eine besondere Note gegeben. Der Street Dance hat für eine tolle Abwechslung und viel Spass im Training gesorgt, während der Contemporary Dance eine tolle Erfahrung des Körpers und Energie-Flusses in Verbindung mit Musik und Tanzpartner war.

Tanzen hat mir mehr Körperbewusstsein gegeben

Tanzen ist für mich koordinativ einer der anspruchsvollsten Sportarten. Eine gute Koordination ist die beste Basis für ein gutes Körperbewusstsein und für das Erlernen neuer Bewegungen. Tanzen wäre eigentlich ein perfekter Sport für Kinder! Schade, dass Tanzen nicht Teil des Schulsport ist! Wäre doch eine Idee oder? Bringt ein tolles Körperbewusstsein, Spass und Selbstvertrauen - was wünscht man Kindern mehr? In Österreich kann man auch stolz sein, dass der Wiener Walzer- einer der 10 Tänze des Tuniertanzes- hier seinen Ursprung hat. Wäre es nicht toll, wenn jedes Kind den Wiener Walzer in der Schule lernen würde?

Und spätestens Silvester gäbe es die Gelegenheit ihn immer zu praktizieren (Anmerkung für meine deutschen Freunde: In Österreich gibt es die ganz tolle Tradition an Silvester Wiener Walzer zu tanzen).

Meine Trainer haben positive Effekte des Tanzens auf meinen Körper beobachtet und mich ermutigt weitezutanzen, da das Tanzen mich in meinem Kampfsport unterstützt.

Photografie: ORF

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Meine Tanzpläne nach Dancing Stars

Ich habe immer gerne getanzt, mir aber leider oft nicht die Zeit genommen. Immer wieder dachte ich daran mal wieder einen Salsa-Kurs oder Lindy Hop Kurs zu besuchen, aber ein vollgepackter Tag hat mich immer daran gehindert. Zeit ist allerdings immer einer Frage der Prioritäten. Dancing Stars hat eine alte Leidenschaft wieder hochgebracht und ich kann mir ein Leben ohne Tanzen nicht mehr vorstellen. Gründe genug gibt es auch dafür und ich weiss, dass mir das Tanzen auch sehr viel für Kampfsport bringt und zwar sowohl für den Körper als auch den Geist.

Mit 15 Jahren wollte ich Tuniertänzerin werden, was damals allerdings leider nicht geklappt hat. Nun habe ich erfahren, dass dies ein Sport ist, den man sogar mit 50 Jahren noch anfangen kann, da der Sport in verschiedene Altersklassen bis hin zu 65+ eingeteilt ist. Helmut Vogl, der Chef von Lauretana für Deutschland, Österreich und Schweiz, hat zum Beispiel diesen Sport mit 50 Jahren begonnen. Er ist jetzt 60 Jahre, trainiert regelmässig und nimmt an Tunieren teil.

Es ist also nie zu spät!!

Ich möchte unbedingt weitertanzen und ich denke, dass ich auch mal Tuniere tanzen werde. Wenn man mich fragt WANN, so kann ich darauf jetzt keine Antwort geben. Ich bin mit Leib und Seele Kampfsportlerin und möchte noch viele Jahre kämpfen. Ausserdem kann man so etwas nicht planen. Der Schritt vom Hobbysport in den Leistungssport ist nie etwas, was man plant, sondern ein dringender Wunsch und Bedürfnis von innen. Wenn dieser Wunsch nicht ganz groß hochkommt, dann sollte man den Weg auch nicht gehen. Ich habe das Boxen als Leistungssport nie geplant, sondern der Wunsch ist in mir hochgekommen mit so einer großen Kraft, dass ich dies unbedingt machen musste.

Aber ob Tuniertanz oder nicht- Tanzen hat so eine positive Energie, dass ich mir ein Leben ohne Tanzen nicht mehr vorstellen kann!

Danke!

Photografie: ORF

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Ein Grund dafür, dass ich die letzten 3 Monate so eine tolle Zeit hatte, war allerdings nicht nur das Tanzen, sondern auch mein Tanzpartner und -trainer Dimitar Stefanin. Mein Spitzname für ihn war „Sonnenschein“ weil er einfach die Sonne im Herzen hat. Dank ihm war jeder Tag während Dancing Stars ein wunderschöner Tag. Er hat das Beste aus mir in kurzer Zeit herausgeholt und hat dafür gesorgt, dass ich nicht nur tänzerisch, sondern auch mental sehr gut drauf war. Es verging kaum ein Tag, an dem wir nicht gelacht haben. Ich kann mich noch erinnern, wie ich mich immer so kaputt gelacht habe, wenn wir Paso Doble getanzt haben. Er hatte so eine Art „Paso Doble Gesicht“, ein furchtbar ernster Gesichtsausdruck, der eigentlich gar nicht zu ihm passte, und ich immer losprusten musste, wenn er dieses Gesicht aufsetze. Bis zur Generalprobe hatte ich Mühe nicht laut zu lachen, wenn es losging. Beim Jive war es der sogenannte Schuhputzer-Move, der mich jedes Mal zum Lachen brachte. So hatte fast jeder Tanz eine Stelle, die mich aus der Fassung gebracht hat. Ich habe mich dann immer entschuldigt, wenn meine Konzentration dann an dieser Stelle dahin war und seine Antwort war „Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag“.

Dimitar ist menschlich eine Person wie ich nur wenige Personen kenne und ich bin Dancing Stars dankbar, dass ich solch einen tollen Menschen kennenlernen durfte. Sollte er als Profi wieder dabei sein, dann werde ich an der Tanzfläche sitzen und ganz laut für ihn und seine Tanzpartnerin schreien!!

Bei Dancing Stars mitzumachen ist etwas ganz Besonderes. Es war ein wahnsinnig toller Lebensabschnitt und ich bin einfach dankbar für diese tolle Erfahrung! Ich möchte dem ORF für diese tolle Erfahrung danken!!

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle auch an die vielen Personen, die an diesem Projekt beteiligt waren wie z.B. die Inspizienten, die versucht haben unseren Alltag so leicht wie möglich zu machen; Ramesh Nair, der uns immer ein tolles Feedback gegeben hat, weil er wollte, dass jedes Paar das Beste aus sich herausholt. Danke an die Maske Helga Stepke, die mir immer so solle Frisuren und Make-up gezaubert hat und mich jeden Freitag so toll verwandelt hat!! Danke an das Kostüm- Team insbesondere Stefanie Hofer und Claudia, die unseren Tänzen immer eine tolle Optik gegeben haben! Danke an das Kamera-Team, die uns immer beim Training gefilmt haben (daraus sind immer die Videos vor dem Tanz entstanden) und die immer eine positive Stimmung verbreitet haben! Danke an die Jury für das fachliche Feedback und motivierende Worte, habe versucht es umzusetzen soweit es ging :-) Ich werde die letzten Worte der Jury, die gleichzeitig der Abschied waren, nicht vergessen.

Photografie: A. Breinl (Moulin Rouge Showteam: Dimitar Stefanin, Helene Exel, Elisabeth Sperr, Sascha Gent, Rene Friesacher und Nicole Wesner)

Photografie: A. Breinl (Moulin Rouge Showteam: Dimitar Stefanin, Helene Exel, Elisabeth Sperr, Sascha Gent, Rene Friesacher und Nicole Wesner)

Danke an die Pressestelle und alle Medien, die dafür gesorgt haben, dass Dancing Stars jeden Freitag einen Marktanteil von ca. 30% beschert haben. Dancing Stars ist ein tolles Projekt, aber es ist nur dann erfolgreich, wenn die Öffentlichkeit auch davon erfährt.

Danke an die Band, die immer so eine tolle Stimmung in den Ballroom gezaubert hat!! Diese tolle Atmosphäre hat immer sehr geholfen, Spass auf der Tanzfläche zu haben! Danke an die Produktion, die dafür gesorgt haben, dass Dancing Stars mit diesem tollen Glanz wahrgenommen wird! Danke auch an alle Personen, die ich jetzt vielleicht vergesse aufzuzählen, weil Dancing Stars so ein Riesen-Projekt ist, dass man da leicht mal jemand vergisst!! Danke an unser Show-Tanzteam Helene Excel, Elisabeth Sperr, Sascha Gent und Rene Friesacher. Ihr seid alle nicht nur tolle Tänzer, sondern habt unseren allerletzten Tanz auf der Fläche auch emotional zu etwas Besonderem gemacht!

Meine letzten Worte gelten den Personen, die das Ganze so unvergesslich gemacht haben und zwar allen Personen, die mit einer positiven Energie Dancing Stars zu dem gemacht haben, was es ist: mein Tanzpartner; meine lieben Dancing Stars Kollegen; alle die mitgefiebert und Daumen gedrückt haben, mir positive Nachrichten geschrieben haben, alle Personen, die für uns ge-votet haben und dafür sorgten, dass wir bis zur letzten Sendung tanzen durften. Einfach alle, die diese Freude, die ich jeden Tag durch das Tanzen gespürt habe, durch positive Worte, Taten und Gedanken mitgetragen haben. Es sind immer die Menschen, die den Unterschied machen.

DANKE AN ALLE, DIE DANCING STARS ZU EINEM UNVERGESSLICHEN LEBENSABSCHNITT GEMACHT HABEN, DEN ICH IN ERINNERUNG HABE, SELBST WENN ICH MIT 80 JAHREN AUF DER PARKBANK SITZE UND MEIN LEBEN REVUE PASSIEREN LASSE.

Photografie: ORF

Photografie: ORF

2019

Ich freue mich schon sehr auf das Jahr 2019, denn dieses Jahr wird sehr spannend werden.

Los geht es im Februar mit Dancing Stars (für meine deutschen Freunde und Fans = Österreichische Version von Let’s dance).

Als der ORF mich gefragt hat, ob ich bei Dancing Stars mitmachen möchte, habe ich mich wirklich gefreut. Ehrlich gesagt habe ich immer gehofft, dass sie mich mal fragen. Hintergrund ist, dass ich total gerne tanze. In meiner Jugend habe fast jeden Tag in der Tanzschule verbracht, habe Tanzkurs bis Gold gemacht und wollte sogar Tunier-Tänzerin werden. Später habe ich mal etwas Tango Argentino getanzt, 2-3 Salsa-Kurse besucht und habe eigentlich schon länger vor Lindy Hop zu lernen, aber mein derzeitiges Leben hält mich ziemlich auf Trab, so dass ich leider fürs Tanzen kaum Zeit habe.

Das ändert sich ab Februar! Im Februar ist die Pressekonferenz für Dancings Stars, in der wir unsere Tanzpartner erfahren. Dann haben wir vier Wochen Zeit zum Trainieren, bevor wir auf Sendung gehen. Wir werden jede Woche einen neuen Tanz bekommen, den wir Freitags abends in der jeweils aktuellen Folge von Dancing Stars vortanzen werden. Das wird sicher eine tolle Zeit und Erfahrung und wird definitiv sicher eine der Geschichten sein, an die ich mich mit 80 Jahren noch erinnern werde, wenn ich mal auf der Parkbank sitze und mein Leben revue passieren lasse.

Natürlich werde ich weiter fürs Boxen trainieren. Das wird sicher eine sehr herausfordernde Zeit, wenn ich 1-2 Trainingseinheiten pro Tag fürs Boxen und Fitness sowie ca. 4 Stunden täglich für Dancing Stars trainiere, aber ich möchte dieses Jahr noch zwei Kämpfe machen. Eines steht fest: um das Essen bzw. zunehmen muss ich mir in dieser Zeit sicher keine Gedanken machen;-)

Fotografie: Michael Weinwurm

Fotografie: Michael Weinwurm

Habt Ihr eigentlich Vorsätze? Ich habe mir vorgenommen mehr Yoga zu machen. Im Dezember habe ich eine Yogalehrer-Fortbildung im Stil des Inside Flow gemacht und es hat mich motiviert, wieder mehr auf der Matte zu stehen. Gar nicht so einfach, bei meist 3 Trainingseinheiten täglich plus nun mein Tanztraining für Dancing Stars. Aber auch wenn es hier und da nur wenige Minuten sind, so kommt man mit steten kleinen Schritten in die richtige Richtung auch an.

Apropos kleine Schritte: dieses Jahr nehme ich mir vor, keine Plastikdeckel mehr für meinen Coffee-to-go zu nehmen. Es ist einfach wieder ein unnötiges Stück Plastik mehr, auf das man leicht verzichten kann. Letztes Jahr habe ich mir vorgenommen, keine Plastik-Tragetaschen mehr zu nehmen, habe es wirklich konsequent durchgezogen und begrüße übrigens sehr, dass in Österreich ab 2020 Plastik-Tragetaschen verboten werden.

Habt Ihr Vorsätze für das neue Jahr? Auf jeden Fall wünsche ich Euch alles Gute, Glück, Gesundheit, Zufriedenheit und was Ihr Euch noch alles wünscht :-)

Zwei Seiten der Medaille oder: Rückblick meines gestrigen Kampfes

Endlich war es wieder soweit und ich stand wieder im Ring! Nachdem ich im Juli eine Knie-Operation hatte (kleiner Meniskus-Riss / Routineeingriff), einige Wochen nur mit Gehhilfen gehen konnte und erst ab Oktober wieder mein richtiges Training beginnen konnte, war dieser Kampf wichtig für mich, um zu sehen, ob ich es schaffe mich innerhalb von zwei Monaten wieder von quasi Null wieder in Wettkampfform zu bringen. Ich wollte das Jahr 2017 unbedingt noch mit einem Kampf abschliessen.

Meine Gegnerin Lela Terashvili (19 Kämpfe, 10 Siege) kam aus der nächsthöheren Gewichtsklasse Superleichtgewicht. Vereinbart wurde ein Catchweight von 64 kg. Morgens wache ich immer derzeit meist zwischen 63 kg und 65 auf kg (habe durch die Zwangspause / Laufen mit Gehhilfen auch etwas Muskeln an den Beinen verloren) auf, daher hiess es, dass ich für den Kampf nicht abnehmen musste. Beim Wiegen hatte ich 62,2 kg und Lela 63,7 kg.

Lela hat sicherlich für den Kampf mit den bekannten Weight-Cutting Methoden wie Dehydration etc. abgenommen, so dass sie vermutlich mit circa 65-68 kg am Wettkampftag in den Ring stieg. Und diesen Unterschied habe ich auch gemerkt. Nicht, dass ich jetzt sonderlich beeindruckt war, sondern man merkte einfach, dass hinter den Schlägen mehr Masse war als bei Gegnern aus dem Leichtgewicht. Lela kam mit viel Selbstbewusstsein angereist. Man merkte ihr an, dass sie zum Gewinnen gekommen ist. 

Der Kampf fing von beiden Seiten sehr beobachtend an. Zum einen, da beide Gegner sich Respekt zollten und beobachteten. Zum anderen wollte ich langsam starten und mich nach hinten steigern, da die Vorbereitungszeit so kurz war. Sie war von Anfang an ehrgeizig bemessen, da ich ja erst ab Oktober wieder ordentlich trainieren konnte und dann kam noch hinzu, dass ich in der Sparringsphase krank wurde und ich nicht viele Sparrings machen konnte. 

Daher verlief der Kampf in der ersten Hälfte ziemlich ausgeglichen. Erst in der zweiten Kampfhälfte erhöhte ich den Druck, so dass ich das Kampfgeschehen von Runde zu Runde mehr dominierte. Am Ende gewann ich den Kampf mit einem 59-55 Urteil.

Am Ende gewann ich den Kampf mit einem 59-55 Urteil

Zufrieden war ich nicht mit dem Kampf. Ok, ich bin eigentlich nie zufrieden mit meiner Leistung, aber diesmal war ich selbst etwas von mir überrascht. Eigentlich bin ich ein sogenannter Wettkampf-Typ, d.h in bin im Wettkampf meist besser als im Sparring. Aber diesmal war es umgekehrt. In den vergangenen Wochen habe ich an vielen Dingen gearbeitet, die ich im Sparring auch umgesetzt habe. Im Wettkampf war es auf einmal weg und ich bin in alte Muster gefallen. Die gute Seite des Kampfes war, dass ich gesehen habe, dass ich wieder halbwegs in Form war. Zumindest eine gute Basis für den weiteren Aufbau.

Die schlechte Seite war, dass der Kampf anders verlief als erwartet. Aber da man meistens aus den Situationen lernt, in denen es nicht so lief wie gewünscht, ist auch dies wieder eine gute Seite.
Fotografie:: Leonie Schauer

Fotografie:: Leonie Schauer

Die schlechte Seite war, dass der Kampf trotz deutlichem Sieg anders verlief als erwartet. Aber da man meistens aus den Situationen lernt, in denen es nicht so lief wie gewünscht, ist auch dies wieder eine gute Seite. Die Medaille hat immer zwei Seiten und da ich ein Optimist bin, war der Abend ergo ein erfolgreicher Abend. Den Zuschauern hat der Kampf gefallen und für die boxen wir ja.

Ein großes Dankeschön an meine Trainer vom Gym23, Steven Küchler sowie Athletik Trainer Dominik Schmidt. Nicht zu vergessen mein Arzt Dr. Michael Liska, der mich hinsichtlich meines Knies die letzten Monate betreut hat. Meine Sponsoren und das Gym23, die mir den Kampf ermöglichen. Und an alle, die gestern gekommen sind!

 

Fotografie: Bobipix

Fotografie: Bobipix

Ich freue mich auf meinen nächsten Kampf!

Diesen Samstag bin ich wieder im Ring. Nachdem ich im Sommer eine kleine Zwangspause einlegen musste, da ich eine Knie-Operation hatte (kleinerer Miniskus-Riss), hiess es im Herbst wieder neue Kondition aufbauen. Umso mehr freue ich mich in Wien zu boxen!

Die Veranstaltung ist am 9.12.2017 im Hallmann Dome (Gutheil-Schoder Gasse). Neben Boxkämpfen werden auch Kämpfe aus dem Bereich K1 und Mixed Martial Arts zu sehen sein.

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Lifesign

Ich hatte die Ehre in dem Musik-Video "Lifesign" von Youno mitzuspielen. Es geht in dem Song um den Umgang mit
den eigenen Wünschen, den Wünschen der Mitmenschen sowie dem zunehmenden Leistungsdruck der Gesellschaft "so we chase for gold cause that's what we're told". 
Hinfallen, aufstehen und weitermachen, auch wenn niemand an einen glaubt. Sich von ganz unten nach oben zu arbeiten, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren und seine Werte aufzugeben.

Filmisch übersetzt wurde es durch Kämpfe mit einem Mann, der mich als Boxerin nicht ernst nimmt. Während die ersten Kämpfe mit ihm sehr hart waren, bin ich dran geblieben, habe trainiert und konnte ihn am Ende sogar ausknocken. (Da wir 3 Stunden die Kämpfe gedreht haben, muss ich etwas schmunzeln wie es ausschaut, wie ich ihn bei 50 % Schlaghärte- anders hätten wir nicht 3 Stunden sparren können- "ausknocke";-))

Das Lied gefällt mir echt gut und die Band ist wirklich sehr sympathisch (ein paar von ihnen boxen auch!). Derzeit läuft das Video mehrmals pro Tag auf dem Musiksender GoTV . 

Interview mit Autotouring

In der aktuellen Ausgabe von Autotouring, das Magazin des ÖAMTC, gebe ich ein Interview. Es geht zum Beispiel um das Denken im Ring, um einen misterösen Knock-out oder wo ich mich in 10 Jahren sehe.

Hier ist das ganze Interview: http://www.autotouring.at/01-08-2015/nicole-wesner-durch-meditation-zum-sieg/9.502.704

Pressestimmen nach meinem Kampf

Hier ein paar Pressestimmen über meinen Kampf am 20.6 sowie Ankündigung meiner 1. Titelverteidigung, die am 4. September in der schönen Ostsee-Stadt Wismar stattfinden wird. In Wismar habe ich letztes Jahr meinen allerersten Gürtel gewonnen und ich freue mich schon sehr auf Wismar, denn die Atmosphäre war grandios und die Leute sehr herzlich.

Meine Gegnerin wird Irma Baliajic Adler sein, die bereits Profi-Boxerin seit 2007 ist und einen Kampfrekord von 20 Kämpfe, 15 Siege und 5 Niederlagen vorzuweisen hat.

"Heute" (22/06/2015)

"Heute" (22/06/2015)

"Krone" (22/06/2015)

"Krone" (22/06/2015)

"Ostsee-Zeitung (22/06/2015)

"Ostsee-Zeitung (22/06/2015)

Ein paar Artikel online:

  • "Vienna.at": http://www.vienna.at/nicole-wesner-startete-mit-k-o-sieg-in-die-wm-vorbereitung/4368811
  • "Österreich": http://sport.oe24.at/sportmix/Knock-out-Wesner-siegt-im-10-Kampf/193360822
  • "Boxenplus": http://boxenplus.de/nicole-wesner-mit-knock-out-sieg-in-wien-jetzt-startet-die-vorbereitung-fur-die-wm
  • "Groundandpound": GroundandPound: http://www.groundandpound.de/mma/mma-chat/news/austrian-fc-banovic-rakic-und-schober-glaenzen/
  • Boxen1: http://www.boxen1.com/knock-out-sieg-fuer-nicole-wesner-6003
  • http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Wismar/Sport-Wismar/Boxen-Nicole-Wesner-verteidigt-in-Wismar-ihre-zwei-WM-Titel
  • "Lübecker Nachrichten": http://www.ln-online.de/Lokales/Nordwestmecklenburg/Boxen-Nicole-Wesner-verteidigt-in-Wismar-ihre-zwei-WM-Titel

Sieg durch Knock-out: meine Perspektive

Gestern habe ich meinen 10. Profiboxkampf gegen die Italienerin Monica Gentili durch Knock-out gewonnen. Es war ja ursprünglich die Kenianerin Florence Muthoni geplant, die jedoch nicht rechtzeitig ihr Einreise-Visum bekommen hat. Monica Gentili, die selbst am 20.6 einen Kampf geplant hatte, der auch ausgefallen ist, ist eingesprungen. Ich muss zugeben, dass ich Monica stärker eingeschätzt habe, als sie war.

Die erste Runde lief von beiden Seiten sehr beobachtend. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass sie als die deutlich Kleinere versucht, sich in die Distanz zu kämpfen, statt dessen hat sie auf Gegenangriff gesetzt. Ihr Coach mahnte sie stets zu warten und Geduld zu haben. So kam es, dass  wir uns beide die erste Runde mehr beobachtet haben. Durch ein paar klare Aktionen sicherte ich mir die erste Runde.

In der zweiten Runde war schon etwas mehr Action, dennoch konnte ich den Kampf gut kontrollieren. Ein Kopfhaken mit der Führhand brachte die Italienerin zum ersten Mal zu Boden. Sie wurde angezählt, der Kampf wurde nochmal freigegeben und ich setzte mit der Schlaghand nach. Sie ist recht wackelig wieder aufgestanden, so dass der Kampf per KO-Sieg beendet wurde.

 Fotografie: Roman Bagner

 Fotografie: Roman Bagner

Der Sieg war recht einfach- mir war er zu einfach. Ich wollte Florence Muthoni, weil ich harte Runden Wettkampf-Erfahrung sammeln konnte- genau dafür schien die sehr erfahrene und robuste Muthoni ideal. Nachdem Muthoni ausgefallen war und Monica Gentili sich bereit erklärt hatte, war ich recht glücklich, weil sie mir als Ersatz ganz gut gefallen hat. Sie schien mir recht robust auf den Videos, ging ja auch noch nie KO. Nun habe ich via Knock-out gewonnen und betrachte es mit gemischten Gefühlen. Jemand auszuknocken ist ein sehr deutlicher Sieg- deutlicher geht es nicht mehr und darüber freu ich mich natürlich.

Jemand auszuknocken ist ein sehr deutlicher Sieg- deutlicher geht es nicht mehr und darüber freu ich mich natürlich.

Ein Knock-out begeistert das Publikum, auch das ist eine tolle Sache. Dadurch, dass ich jedoch erst seit 2 Jahren Profi-Boxerin bin und insgesamt auch erst seit 5 Jahren boxe, ist es mir aber auch wichtig gute Ring-Erfahrung zu sammeln. So bestätigt sich wieder etwas, was sich immer wieder im Leben zeigt: die Medaille hat immer zwei Seiten. Selbst ein überzeugender Sieg durch Knock-out.

 

Über folgende Dinge freue ich mich besonders

Mein Trainer hat immer gesagt, dass ich das Potenzial habe, eine Knock-outerin zu werden. Darüber war ich immer recht skeptisch und nicht sicher, ob er mich nicht etwas überschätzt. Wir beide führen sowieso immer Diskussionen, weil ich sage er überschätzt mich und er sagt, ich unterschätze mich. Naja, ein KO in der zweiten Runde hat er voraus gesagt und in diesem Fall hat er wieder recht gehabt, Nun denke ich mir -vielleicht stimmt es ja doch ein bisschen, was er sagt. Auf jeden Fall häufen sich mit zunehmender Verbesserung der Technik die Knock-outs, schaun wir mal wohin die Reise geht. Lernen möchte ich auf jeden Fall noch viel und es gibt auch noch viel zu tun.

Fotografie: Götz Schrage

Fotografie: Götz Schrage

Manchmal übt man im Training ein paar Sachen, aber man setzt sie im Kampf nicht ein. Nicht, weil es kompliziert ist- an den Tatzen oder Sandsack hat man es schon oft gemacht- aber im Kampf setzt man es einfach nicht ein. Als ob man es vergisst. Tja, und auf einmal sieht man, wie man es doch im Kampf einsetzt. In diesem Kampf ist genau dies eingetreten. Darüber freue ich mich sehr.

Ich freue mich auch, dass ich mit einem kühlen Kopf boxe und das umsetze, was der Trainer mir sagt. Wir erarbeiten uns gemeinsam einen Schlachtplan, ich setze ihn um und in den Rundenpausen erfolgt das Finetuning. Ihr wisst ja alle, dass ich noch gar nicht so lange boxe. Daher kann ich mich noch gut an die Zeit erinnern, in der ich benebelt vor Aufregung und Laktat eher situativ und weniger konzeptionell geboxt habe und freu mich, dass mein Game-Planning immer ausgereifter wird.

 

Die Aufregung wird wahrscheinlich immer ein Stückchen bleiben

Aufgeregt bin ich aber immer noch ganz schön. Ich würde gerne mal wissen, ob es irgendwann mal aufhört, dass ich vor einem Kampf zig Mal auf Toilette muss. Mein Kopf war klar, ich hatte kein Herzklopfen- alles super. Aber alle 5 Minuten musste ich austreten. Hab mich kaum getraut, die Handschuhe anzuziehen, da ich die Befürchtung hatte, dass ich noch mal muss. „Nein- Du musst nicht mehr. Du warst schon so oft, da kann eh nix mehr kommen!“ Pustekuchen. Irgendwann kam dieser Gedanke wieder an die Toilette. Ich hab den Gedanken unterdrückt  „Das ist doch alles nur eine Illusion des Kopfes, Du musst nicht.“ So habe ich den Gedanken beiseite geschoben. Kurze Zeit später kam der Gedanke wieder hoch. So kämpfte ich mit mir. Bis ich mich irgendwann entschloss, doch noch mal zu gehen. Nun hatte ich aber schon alles an, meine Handschuhe waren geschnürt und zugetaped. Liebe Sandy, danke, dass Du mir in dieser Lage geholfen hast ;-)

Ein Klassiker war mal wieder, dass ich wieder in die falsche Ecke gelaufen bin, als die Gegnerin angezählt wurde. Musste wieder ganz schön über mich schmunzeln, als ich das Video heute gesehen habe.

Aber ein bisschen Aufregung ist ja auch ganz gut, das Adrenalin ist Part of the Game und macht uns ja auch zu den Fightern, die an ihre Grenzen gehen.

Aber ein bisschen Aufregung ist ja auch ganz gut, das Adrenalin ist Part of the Game und macht uns ja auch zu den Fightern, die an ihre Grenzen gehen.

Nun heisst es mal kurz durchschnaufen, denn die Verteidigung meiner Titel steht vor der Tür!

Nach dem Kampf ist vor dem Kampf.

Sportmagazin „Ladies“: 5-Seiten zum Thema Frauenboxen

Österreichs größtes Sportmagazin hat in seiner Special Edition „Ladies“ einen 5-Seitigen Bericht zum Thema Frauenboxen veröffentlicht. Es wird ein bisschen etwas über das Boxen insbesondere das Frauenboxen erzählt, ich gebe einen Überblick über die Grundtechniken (und führe diese bildlich vor) und ein paar typische Kraftübungen.

Sportmagazin Ladies 1/2015, Seite 46-49

Sportmagazin Ladies 1/2015, Seite 46-49

In der Sportwissenschaft spricht man von 5 sportmotorischen Grundeigenschaften: Koordination, Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Schnelligkeit. Viele Sportarten vereinen nur ein oder 2 sportmotorische Grundeigenschaften. Z.B. Laufen ist lediglich Ausdauer oder Geräteturnen Kraft und Beweglichkeit.

Als Boxer muss man alle 5 sportmotorischen Grundeigenschaften trainieren und das macht den Trainingsprozess zum einen so abwechslungsreich und zum anderen wird der Körper rundum trainiert.

Als Boxer muss man alle 5 sportmotorischen Grundeigenschaften trainieren und das macht den Trainingsprozess zum einen so abwechslungsreich und zum anderen wird der Körper rundum trainiert.

Boxen ist ein Sport, der einem wirklich in den Bann ziehen kann.  In meinem Fall hat der Sport mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Warum soll es einer Frau anders gehen als einem Mann;-)?

Fürs Frauenboxen gibt es aber noch andere gute Gründe:

Das fängt mit dem Thema Selbstverteidigung an. Frauen, die boxen können, können sich in einer Notfallsituation verteidigen. Boxen ist jedoch nicht nur für den Verteidigungsfall, sondern geht auch in den Bereich Prävention: eine Kämpferin strahlt ein gewisses Selbstbewusstsein aus, daher ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie angegriffen wird, als andere Frauen.

Das Wachstum an Selbstbewusstsein ist ein Phänomen, das nicht nur ich beobachtet habe, sondern ein bekanntes Phänomen des Kampfsports. Selbst Personen, die schüchtern und ängstlich sind, werden nach einer gewissen Zeit immer selbstbewusster. Ich selbst erkläre es mir so, dass es um Veränderungs-Prozesse geht, die Ur-Instinkte betreffen. Selbst im 21. Jahrhundert, in dem die Gefahr angegriffen zu werden nicht omnipräsent ist, schafft es im ganz tiefem Inneren ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass man sich verteidigen kann und dies strahlt man aus.

Dieses Selbstbewusstsein strahlt in das gesamte Leben und ein gesundes Selbstbewusstsein ist etwas, dass vielen Frauen leider fehlt. Männern wird häufig bereits in frühen Kinderjahren eine gewisse Attitude und Auftreten als „Löwe“ beigebracht, während von Frauen viele Jahrzehnte- ja sogar Jahrhunderte ein bescheidenes, ruhiges, sanftes und weiches Auftreten erwartet wird. Der Mann ist der Beschützer, die Frau diejenige, die es zu beschützen gilt. Gegen ein bescheidenes, ruhiges, sanftes und weiches Auftreten, ob bei Männern oder Frauen, ist ja nichts einzuwenden- ganz im Gegenteil. Es geht auch gar nicht um ein aufpoliertes Ego, dass man mit stolz geschwellter Brust durch die Welt läuft und sich Respekt verschafft. Nein, es geht um ein Selbstbewusstsein, dass aus dem Inneren kommt.

Daher ist meine Antwort auf die Frage „Boxen- ein Sport für Frauen?“ oft „Ja- gerade für Frauen!“

Daher ist meine Antwort auf die Frage „Boxen- ein Sport für Frauen?“ oft „Ja- gerade für Frauen!“

Loving my life. Living my passion.

Auf dem Laufsteg für einen guten Zweck und Jean Paul Gaultier

Am 16. Mai werde ich auf Europas größtem Charity-Event und einer der größten HIV-Charity-Events weltweit, dem Life Ball, einen aktiven Part einnehmen. Es ist nicht nur einer der größten Charity-Events weltweit, er ist sicher einer der ungewöhnlichsten Benefiz-Veranstaltungen.

Wer den Life Ball nicht kennt und einen Ball im Sinne der traditionellen Wiener Ballsaison vermutet, liegt komplett daneben. Der Life Ball ist sicher die schillerndste und unkonventionellste Interpretation eines Balls: eine Mischung aus Gedenkzeremonie, bewegende Reden zum Thema HIV, Fundraising, Kostümball unter einem jährlich wechselnden Motto (2015: „Gold – Ver Sacrum“) und dem großen Finale, der Life Ball Fashionshow.

Eine Mischung aus Gedenkzeremonie, bewegende Reden zum Thema HIV, Fundraising, Kostümball unter einem jährlich wechselnden Motto (2015: „Gold – Ver Sacrum“) und dem großen Finale, der Life Ball Fashionshow

Die große Modenshow mit dem langem Laufsteg vor dem Wiener Rathaus präsentiert große Designer wie Vivienne Westwood, Roberto Cavalli, Donatella Versace, Vivienne Westwood, Givenchy, Agent Provocateur, Diesel, Dsquared2 und Missoni uvm. Auf dem Catwalk laufen sowohl international bekannte Models als diverse national und internationale Gäste. So sind z.B. bereits Naomi Campbell, Karolina Kurkova oder Eva Padberg auf dem Laufsteg gewesen. 2015 habe ich die Ehre dabei zu sein und werde Jean Paul Gaultier auf dem Laufsteg präsentieren.

 

Quelle: Profilbild der Facebook-Seite des Lifeballs

Quelle: Profilbild der Facebook-Seite des Lifeballs

Als Gery Keszler 1993 den Life Ball zum ersten Mal veranstaltete, war es seine  Vision die Tabuisierung und Stigmatisierung von HIV/AIDS zu brechen sowie Gelder zu sammeln, um die medizinische Situation zu verbessern.

Ich kann mich noch an meinen ersten Kontakt mit HIV erinnern. Es war irgendwann in den 80er Jahren, ich war noch ein Kind in einem Alter zwischen ca. 8 und 10 Jahren.  Irgendjemand hat mir erzählt, dass eine Nachbarin HIV-positiv war. Sie hieß Angelika. Welche Fakten ich damals als Kind konkret über HIV erfahren habe, weiß ich nicht mehr genau. Aber ich kann mich noch gut an die Situation erinnern, als ich Angelika zum ersten Mal getroffen habe, nachdem ich von ihrer Infizierung erfahren habe. Sie kam gerade ins Haus, als ich im Begriff war, das Haus zu verlassen. Wir standen uns gegenüber und grüßten uns. Eigentlich eine alltägliche Situation unter Nachbarn. Nur dieses Mal war es anders. Ein Gefühl der Beklemmung, Angst und Unsicherheit stieg in mir auf. Ich traute mich nicht mehr Angelika die Hand zu geben und hielt die Luft an, aus Angst mich anzustecken mit dieser mysteriösen Krankheit. Gleichzeitig versuchte ich sie verkrampft anzulächeln, denn ich wollte ihr nicht wehtun, sie sollte meine Angst nicht bemerken.

Aber sicher hat sie es gespürt. Weil sie eine ähnliche Situation sicher sehr oft erlebt hat. HIV hatte in den 80er und Anfang 90er etwas Befremdliches und Bedrohliches. Wenn ich heute viele Jahre später als Erwachsene daran denke, dann tut mir mein Verhalten als kleines Kind so leid. Es ist schon schlimm genug zu erfahren, dass man eine unheilbare Krankheit hat. Aber tagtäglich zu erleben, wie das Umfeld Angst hat, wie einem aus dem Weg gegangen wird oder schlecht geredet wird, muss sehr, sehr schlimm sein. In einer Lebenssituation, in der man am allermeisten Menschen um sich braucht, die einem die Hand reichen oder tröstend in den Arm nehmen- in solch einem Moment haben die meisten damals und teilweise noch heute den Rücken zugekehrt bekommen.

 
In einer Lebenssituation, in der man am allermeisten Menschen um sich braucht, die einem die Hand reichen oder tröstend in den Arm nehmen- in solch einem Moment haben die meisten damals und teilweise noch heute den Rücken zugekehrt bekommen.
 

Heute, im Jahre 2015 hat sich die Situation glücklicherweise drastisch geändert.  Der aufgeklärte Bürger weiß, dass diese Krankheit jeden treffen kann und wie der Virus übertragen bzw. nicht übertragen werden kann. Ich bewundere Gery Keszler, der sich früh in diesem Thema engagiert hat, der eine Vision kreiert hat und diese Vision zu einem großen Teil auch realisiert hat. Während HIV Anfang der 90er noch mit sozialer Ächtung zu kämpfen hatte, so ist der Life Ball heute eines der angesagtesten Charity-Events weltweit, dessen Tickets nach circa eine Minute ausverkauft sind- also von einem Extrem ins andere.

Lange Zeit galt HIV als Tabu-Thema, heute sind über 500 Medienvertreter (TV, Presse, Radio) aus aller Welt dabei, um zu berichten. Bill Clinton, Elton John, Sharon Stone, Heidi Klum, Whoopie Goldberg, Eva Longoria, Sean Penn, Catherine Deneuve, Brooke Shields, Antonio Banderas, Naomi Campbell, Hillary Swank und viele mehr haben den Life Ball schon supported. Die vielen prominenten Gäste, die jedes erscheinen, sind aber nicht die Protagonisten. Sie kommen zum Life Ball, um die Aufmerksamkeit auf den eigentlichen Protagonsiten zu lenken: HIV mit seinen medizinischen, finanziellen und sozialen Folgen.

Hier ein paar wichtige Facts zum Thema HIV (Human imuno deficiency virus)*

  • Weltweit sind ca. 35 Mio. am HIV-Virus erkrankt (Stand 2013)
  • 39 Mio sind bereits an den Folgen dieses Virus gestorben (Stand 2013); Im Jahre 2013 sind ca. 1.5 Mio an den Folgen des HIV-Virus gestorben
  • AIDS (acquired imune deficiency syndrome) darf nicht verwechselt werden mit HIV, denn AIDS bezieht sich auf ein spätes Stadium der Krankheit
  • Es gibt mittlerweile gute Therapien wie z.B. die Antiretrovirale Therapie (ART), welche die Reproduktion von HIV-Zellen stoppt, so dass die körpereigenen Immunzellen  länger leben. Diese Therapie reduziert die Übertragung des HIV-Virus bei Geschlechtsverkehr um 96% und ist eine wichtige Therapie zur Reduktion der Übertragung des Virus von Mutter zu Kind

o   In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen haben 12 Mio. Zugang zu dieser Therapie gehabt

o   7 von 10 schwangeren Müttern werden mit ART behandelt, um die Wahrscheinlichkeit der Übertragung drastisch zu reduzieren.

*Quelle: http://www.who.int/features/factfiles/hiv/facts/en/index5.html

 

Die Organisation AIDS LIFE

Die Situation von HIV-Betroffenen hat sich deutlich verbessert. Man sieht jedoch, dass weltweit noch nicht alle Betroffenen Zugang zu einer modernen Therapie haben. Besonders Südafrika kämpft noch in großem Maße gegen das Virus. Es fehlt nach wie vor Geld für Prävention, Diagnostik und Behandlung zur Verbesserung der weltweiten Situation.

Weltweit haben noch nicht alle Betroffenen Zugang zu einer modernen Therapie

Die Organisation AIDS Life - die Organisation, die hinter dem Life Ball steht- gehört weltweit zu den größten privaten Geldgebern von nationalen und internationalen Non Profit Organisationen, die sich mit dem Thema HIV beschäftigen (mehr Infos über AIDS Life unter http://www.lifeball.org/aids-life/).

Wer spenden möchte- jeder Euro zählt:  
Verein AIDS LIFE: Erste Bank; Kontonummer 300 000-13131; BLZ 20111; IBAN: AT692011130000013131; BIC: GIBAATWWXXX oder via SMS-Spendenhotline: +43 (0)676 - 800 7676

 

TV-Übertragung

Der Life Ball wird live vom ORF übertragen am 16. Mai ab 20.15 Uhr

 

Life Ball- fighting Aids and celebrating live since 1993.