Lange dachte ich, ich vertrage Rohkost nicht gut- bis ein paar Kleinigkeiten einen großen Unterschied machten

Mir erschien immer logisch, dass Rohkost die vitalstoffreichste Form der Ernährung ist. So habe ich verschiedene Anläufe unternommen, den Rohkost-Anteil in meiner Ernährung zu erhöhen oder mich komplett von Rohkost zu ernähren. Allerdings habe ich auch einige Fehler gemacht. Die Reaktion vieler Leute, wenn sie erfahren, dass ich mich hauptsächlich von Rohkost ernähre, ist meistens "Rohkost vertrage ich leider überhaupt nicht gut“ und da ich mich dann wider erkenne, möchte ich meine Erfahrungen gerne mit Euch teilen.

 

1. Rohkost ist nicht gleich Rohkost

Im Bereich der Rohkost gibt es verschiedene Ernährungsformen. Manche essen viel Fett (Nüsse, Avocado etc.). Andere essen viel stärkehaltige Nahrungsmittel (z.B. Getreide, Süsskartoffeln etc.). Es gibt die sogenannte Gourmet Raw Cuisine mit sehr raffinierten Gerichten, die aber oft sehr fetthaltig sind. Viele Rohköstler haben auch keine bestimmte Richtung, ausser, dass sie eben roh essen.

In meinen ersten Anläufen war ich noch sehr von der Low Carb Ernährung geprägt, so dass ich Obst eher vermieden und hauptsächlich Gemüse gegessen habe. Von Gemüse wird man aber schwer satt, so dass ich ordentliche Mengen essen musste, die mein Körper alle verdauen musste. Später habe ich dann viel Fett gegessen. Allerdings ist Fett in hohem Maße nicht sehr gut verdaulich und stört auch oft den Stoffwechsel. 

Nun esse Rohkost, die zu ca. 80% aus Kohlehydraten besteht. Die meisten Kohlehydrate nehme ich über Obst zu mir, das leicht verdaulich ist. (Mehr Informationen zu meiner Ernährung: http://www.nicolewesner.com/new-blog/2015/2/26/801010-nur-noch-rohes-obst-und-gemse-meine-neue-ernhrung-seit-1-jahr)

Eine ganz wichtige Entdeckung, die ich gemacht habe, ist das Thema Lebensmittel-Kombination.

2.  Lebensmittel richtig kombinieren

Eine ganz wichtige Entdeckung, die ich gemacht habe, ist das Thema Lebensmittel-Kombination. Früher habe ich in einem Obstsalat Bananen ebenso wie Erdbeeren oder Kiwis hinzugefügt, heute weiss ich, dass man dies nicht miteinander kombinieren sollte. Isst man Lebensmittel, die nicht zusammen passen, dann ist der Körper oft viele Stunden mit der Verdauung beschäftigt. Für gekochte Nahrung gilt das Thema Lebensmittelkombination ebenso, wenngleich das Gährungspotenzial meist nicht so hoch ist, aber insbesondere im Bereich Rohkost ist dieses Thema sehr wichtig, da lebendige Nahrung mehr bioaktive Substanzen enthält- ergo mehr untereinander reagieren kann- als totgekochte oder industrialisierte Nahrung.

 

Eine Tabelle, die eine gute Übersicht gibt:

Quelle: The 80/10/10 Reference Guide on Food Combining and Nutrition; Dr. Douglas N. Graham

Quelle: The 80/10/10 Reference Guide on Food Combining and Nutrition; Dr. Douglas N. Graham

Seitdem ich dieses Wissen habe und umsetze, vertrage ich meine Nahrung viel besser. Bestimmt ist das auch einer der Gründe, warum mein gefühltes Energie-Level so hoch ist, denn mein Körper ist nicht mehr so viel mit der Verdauung beschäftigt.

Wenn wir schon beim Thema Lebensmittel-Kombination sind, dann muss natürlich erwähnt werden, dass die unterschiedlichen Nahrungsmittel unterschiedlich lange verdaut werden. Wenn ich z.B. etwas sehr Fetthaltiges wie eine Avocado esse und eine Stunde später eine Melone, dann wird es Schwierigkeiten geben, da die Melone aufgrund des hohen Wasseranteils in Windeseile auf die Avocado im Magen treffen wird. Daher gilt es, passende Pausen zwischen den Mahlzeiten einzuhalten, sonst ist Euer Körper eventuell den ganzen Tag mit dem Verdauungsprozess beschäftigt.

Folgende Erfahrungen kann ich Euch weitergeben:

  • Melonen: mind. 30-60 Minuten warten bis zur nächsten Mahlzeit
  • Sub-acid fruits: mind. 60 - 90 Minuten warten bis zur nächsten Mahlzeit
  • Sweet fruits: min. 90-120 Minuten warten bis zur nächsten Mahlzeit
  • Fetthaltige Nahrungsmittel: dies kann sogar einige Stunden dauern. Fetthaltige Lebensmittel wie Nüsse oder Avocado daher am besten am Abend essen

 

3.  Weniger ist mehr

Ein weiterer Faktor zur Optimierung der Verdauung ist,  dass ich nicht mehr so viele unterschiedliche Lebensmittel innerhalb einer Mahlzeit esse. Am einfachsten ist es für den Körper sogenannte Mono-Meals, also nur eine Sorte zu essen wie z.B. nur Bananen oder Mangos. Das geht natürlich nicht immer, manchmal möchte man eben doch etwas kreieren, aber ich versuche dann nicht mehr als 4 Lebensmittel zu kombinieren.

 

Zusammenfassung: meine 3 wichtigsten Learnings aus meiner Rohkost-ernährung:

  • Früchtebasierte, fettarme Rohkost vertrage ich deutlich besser als eine Low Carb orientierte Rohkost-Ernährung, die hauptsächlich aus Gemüse und Fett besteht

  • Die richtige Kombination der Lebensmittel ist sehr wichtig (sh. Tabelle)

  • Je weniger unterschiedliche Lebensmittel der Körper zu verdauen hat, desto einfacher für den Körper

 

(F)Rohes Ausprobieren :-)

Anmerkung: Schon oft habe ich mich mit Leuten zu dem Thema Ernährung unterhalten. Die Erfahrung, die ich dabei gemacht habe ist, dass Ernährung ein sehr persönlicher Weg ist. Jeder macht seine eigenen Erfahrungen. Wenn ich über meine Ernährung spreche, so ist dies auch nur eine Beschreibung meines persönlichen Weges und meiner Erfahrung. Ich möchte niemanden zu etwas überreden und ich halte mich auch allgemein von Diskussionen zum Thema Ernährung fern, weil dieses Thema leider oft sehr emotional diskutiert wird. Die Studienlage ist oft sehr widersprüchlich und eine absolute Wahrheit kann man in diesem Thema wahrscheinlich nie finden, weil das Themengebiet so komplex ist. Daher probiere ich Dinge aus und schaue wie es mir dabei geht. Vielleicht bin ich jetzt von etwas überzeugt und irgendwann probiere ich etwas Neues und bin davon überzeugter.

Wenn ich auf meiner Homepage über meine Ernährung schreibe, dann ist dies daher lediglich eine Beschreibung meines höchst persönlichen Wegs, von dem ich diesem Moment überzeugt bin. Ich werde sehr oft zu meiner Ernährung befragt und teile meine Erfahrungen gerne. Jeder muss jedoch seine eigenen Erfahrungen machen und seinen Weg finden.